05/11/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Wipo

geboren spätestens um 1000 im alemann. Teil des Königreichs Burgund, vielleicht in der Nähe Solothurns, gestorben nach 1046. W. gehörte der kaiserl. Hofkapelle Konrads II. an und stand dann auch im Dienst Heinrichs III.; vielleicht gehörte er zu dessen Erziehern. Er wirkte als Dichter und Geschichtsschreiber. Sein Schaffen hängt grossenteils mit dem Hofdienst zusammen. Wohl von ihm stammt die verbreitete und nachhaltig wirksame Ostersequenz "Victimae paschali laudes". Beliebt war auch seine Sammlung von 100 "Proverbia", einzeiligen, gereimten Sentenzen christl.-moral. Gepräges, vorwiegend in Prosa. Zum Tod Konrads II. verfasste W. 1039 eine Totenklage in rhythm. Strophen. 1041 übereignete er Heinrich III. den "Tetralogus" (Rede von vier Personen), eine lobend-ermahnende Dichtung in Hexametern. Weitere Dichtungen W.s sind verloren, bei andern ist seine Autorschaft fraglich. Wahrscheinlich geht die Umschrift des kaiserl. Siegels, "Roma caput mundi regit orbis frena rotundi" ("Rom, das Haupt der Welt, hält die Zügel des gesamten Erdkreises"), auf ihn zurück. W.s Hauptwerk, die "Gesta Chuonradi imperatoris", eine nach eigenem Erleben, nach mündl. Berichten und nach der "Schwäb. Weltchronik" gearbeitete Darstellung der Herrschaft Konrads II., prägte dessen Bild bei der Nachwelt massgeblich.


Werke
Die Werke W.s, hg. von H. Bresslau, 31915
Literatur
VL 10, 1240-1248
LexMA 9, 243 f.

Autorin/Autor: Peter Stotz