22/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
No 3

Fabri, Felix

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geboren um 1438/39 (Felix Schmid) Zürich,gestorben 1502 Ulm, von Zürich. Sohn des Jos Schmid und der Clara von Isnach. Neffe des Rudolf Stüssi. 1452 trat F. in den Basler Predigerkonvent ein, über Pforzheim gelangte er 1468 ins Dominikanerkloster von Ulm, in dem er bis zu seinem Tode blieb. F. erlangte keine akadem. Grade, stieg aber in seinem Orden zum Lesemeister und Generalprediger auf. Seine Predigten gingen grösstenteils verloren. F. war weder des Griechischen und Hebräischen mächtig, noch gehörte er dem älteren Kreis dt. Humanisten an. Im Auftrag des Ordens reiste er nach Colmar, Aachen, Konstanz, Nürnberg, Venedig und Rom. 1480 und 1483-84 unternahm er Pilgerfahrten ins Hl. Land, auf den Sinai, nach Kairo und nach Alexandria. Insbesondere sein ausführlicher Bericht über die zweite Reise ("Evagatorium" 1484-88, mit späteren Nachträgen) machte ihn bekannt. Obschon F. die ältere Reiseliteratur sehr gut kannte, weist dieses Werk einen eigenständigen Charakter auf. F. schildert darin seine abenteuerl. Reise, aber auch die religiösen, geogr. und gesellschaftl. Verhältnisse der bereisten Länder. Unmittelbar nach seiner Rückkehr verfasste F. über seine Pilgerfahrt auch einen dt. Kurzbericht, der ab 1556 immer wieder gedruckt wurde. Die "Descriptio Theutoniae, Sueviae et civitatis Ulmensis" (zwei Fassungen von 1488-89 und 1493-97) zeugt von F.s hist. Interesse. Seine antieidg. und proösterr. Haltung, die er mit Felix Hemmerli teilte, kommt darin deutlich zum Ausdruck.


Werke
Fratris Felicis F. Evagatorium in Terrae Sanctae, Arabiae et Egypti peregrinationem, hg. von C.D. Hassler, 3 Bde., 1843-49
Die Sionpilger, hg. von W. Carls, 1999
Les errances de Frère Félix, pèlerin en Terre sainte, en Arabie et en Egypte, hg. von J. Meyers, N. Chareyron, 2000-, (lat. mit franz. Übersetzung)
Literatur
VL 2, 680-690
– K. Schneider, «Felix F. als Prediger», in Fs. Walter Haug und Burghart Wachinger, hg. von J. Janota et al., 1992, 457-468
Europ. Reiseberichte des späten MA 1, hg. von W. Paravicini, 1994, 210-220

Autorin/Autor: Andreas Meyer