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Buch (SH)

Polit. Gem. SH, Bez. Stein. Bauerndorf an der Biber. 1080 Buch. 1836 288 Einw.; 1850 399; 1900 389; 1910 348; 1950 329; 1980 259; 2000 341. 1080 erscheint ein Ortsherr Gerolt von B. als Zeuge. B. gehörte zur Grafschaft Hegau und wurde 1270 als oppidum bezeichnet. Die Vogteirechte lagen zunächst bei den Herren von Stoffeln und mehreren Diessenhofer Bürgern. 1341 und 1356 kaufte das Kloster St. Agnes in Schaffhausen den Kelnhof und den grössten Teil der Vogteirechte, 1360 erstand Allerheiligen den Rest. Mit der Reformation fielen die Vogteien 1529 an die Stadt Schaffhausen, die den ersten Käufer, Bürgermeister Hans Peyer, zum Weiterverkauf zwang. Das Hochgericht gelangte 1723 mit jenem über den Reiat an Schaffhausen. 1559 wurde die Obervogtei B. gebildet, zu der auch Buchthalen, Widlen und Gennersbrunn gehörten. Bis 1798, als die zürcher. Herrschaft Stein am Rhein mit Hemishofen und Ramsen dem Kt. Schaffhausen zugesprochen wurde, war B. einziger Schaffhauser Besitz im heutigen oberen Kantonsteil. 1798-1929 gehörte B. zum Bez. Reiat, seither zum Bez. Stein. Die 1347 erw. Kirche war eine Filiale von Gailingen, das ab 1400 dem Kloster Allerheiligen inkorporiert war. Seit 1713 ist B. selbstständige Pfarrei. 1851-61 wurde die neugot. Kirche erbaut. Die Versuche, Industriebetriebe längerfristig anzusiedeln (Wattefabrik, Ziegelei 1854), scheiterten. Das 1826 gegr. Waisenhaus Friedeck diente im 20. Jh. als Erziehungsheim und Unterkunft für Asylbewerber. 1902-05 erfolgte die Biberkorrektion, 1947 der Abschluss der Güterzusammenlegung, 1969-75 die Waldzusammenlegung und 1976 der Anschluss an die dt.-schweiz. Kläranlage Bibertal-Hegau. 1990 waren je 46% der in B. Erwerbstätigen im 1. bzw. 3. Sektor beschäftigt.


Literatur
– H. Tanner, B., 1080-1980, 1980
– H. Tanner, «Wie B. zum Bez. Stein kam», in SchBeitr. 59, 1982, 191-201

Autorin/Autor: Andreas Schiendorfer