No 7

Montfort, Rudolf von (Feldkirch)

geboren um 1275, gestorben 27./28.3.1334 Arbon, begraben Konstanz. Sohn des Gf. Rudolf II. und der Agnes, Tochter des Gf. Hartmann von Württemberg-Grieningen. Neffe von Wilhelm ( -> 8) und Friedrich ( -> 1). 1301 Churer Domherr. 1303 Stud. in Bologna. Ab 1310 Regentschaft in der Herrschaft Feldkirch gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich II. 1307-22 Dompropst, 1310-20 Generalvikar und Stellvertreter des Bf. von Chur, spätestens ab 1316 auch Offizial. 1322 Bf., dann bis 1325 Administrator von Chur, 1322-34 Bf. von Konstanz. 1322/23 militär. Niederlage gegen Donat von Vaz, den Hauptfeind des Churer Bistums. Im Bistum Konstanz bemühte sich M., die Finanzen zu sanieren. Im Thronstreit zwischen Friedrich dem Schönen und Ludwig dem Bayer und den Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst stellte sich M. auf die Seite der Habsburger und publizierte die Prozesse des Papsts, der über Ludwig den Bann verhängte. Die Stadt Konstanz trat dagegen 1327 zu Ludwig über und geriet dadurch in Gegensatz zu ihrem Bischof. Um M.s Position zu stärken, übertrug ihm Papst Johannes XXII. 1330 die Administration der Abtei St. Gallen (bis 1333). Nach der Verständigung Ludwigs (unterdessen von Vertretern der Stadt Rom zum Kaiser gekrönt) mit Habsburg-Österreich (1330) geriet M. in eine schwierige Situation. Um sein Bistum nicht zu verlieren, musste er sich Ks. Ludwig anschliessen, zog aber damit den päpstl. Bann auf sich. Vermutlich empfing er erst 1333 die Regalien. M. starb im Bann und erhielt nachträglich unter Bf. Heinrich von Brandis ein kirchl. Begräbnis in Konstanz.


Literatur
HS I/2, 291-297
– Gatz, Bischöfe 1198, 292 f.
– F.W. Bautz, Biogr.-Bibliograph. Kirchenlex. 23, 2004, 1215-1221
NDB 22, 175 f.
– A. Bihrer, Der Konstanzer Bischofshof im 14. Jh., 2005

Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest