Siblingen

Polit. Gem. SH, Bez. Schleitheim, am nördl. Rand der Klettgauer Ebene gelegen. 1049 Siblinga. 1771 466 Einw.; 1850 1041; 1900 656; 1950 587; 2000 707. Beim Schlossbuck traten bronzezeitl. Objekte zutage. Auf den Tüelwasen wurden sechs Steingebäude eines röm. Gutshofs freigelegt und beim Galgenberg, einem Ausläufer des Randen, befinden sich vermutlich Überreste eines Steingebäudes aus röm. Zeit sowie einer 800 m langen Strasse, die von Beringen nach Schleitheim führte. Im SpätMA dominierte das Schaffhauser Heiliggeist-Spital den zerstückelten Grundbesitz. 1398 erwarb es durch den Kauf der halben Vogtei von den Randenburgern die niedere Gerichtsbarkeit. 1427 gelangte das Heiliggeist-Spital in den Besitz der ganzen Vogtei. 1491 übernahm Schaffhausen vom Gf. von Lupfen aufgrund eines Schiedsspruchs die hohe Gerichtsbarkeit und trat 1529 die Rechte des Spitals an. S. war Teil der Obervogtei Neunkirch. Kirchlich gehörte S. bis 1640 zur Pfarrei Neunkirch. Die St. Michaelskirche wurde vermutlich im 13. Jh. erbaut, die noch gut erhaltenen Fresken entstanden ein Jahrhundert später. In den 1820er Jahren sowie 1913 fanden Probebohrungen nach Salz statt, die ergebnislos blieben. 1905-64 war S. der Strassenbahn Schaffhausen-Schleitheim angeschlossen. Das tourist. Potenzial des Randen und seiner nahezu unberührten Natur wurde schon früh wahrgenommen. 1872 wurde auf dem Gemeindegebiet der erste Aussichtsturm auf dem Randen gebaut. Der heutige Turm stammt aus dem Jahr 1882. 2005 stellte die Landwirtschaft immer noch 38% der Arbeitsplätze in der Gem. 2010 bewirtschafteten rund 30 Winzer über 14 ha Reben.


Literatur
– C.G. Keller, S. im Kt. Schaffhausen, 1902
Kdm SH 3, 1960, 243-251
– J. Trumm, Die römerzeitl. Besiedlung am östl. Hochrhein (50 v.Chr.-450 n.Chr.), 2002, 365-374
SchaffGesch., 1-3

Autorin/Autor: Martin Akeret Weishaupt