• <b>Bundesbriefmuseum</b><br>General Henri Guisan, Bundesrat Philipp Etter und weitere Behördenmitglieder nehmen am 1. August 1941 vor dem Bundesbriefmuseum in Schwyz ein Defilee ab (Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Photoglob). Mitten im Zweiten Weltkrieg war der Auftritt des Generals am Nationalfeiertag von symbolhafter Bedeutung. Er demonstrierte damit vor dem Museum, in dem die Bündnisurkunden der Eidgenossenschaft aufbewahrt wurden, anlässlich der 650-Jahrfeier des Bunds von 1291 den ungebrochenen Wehrwillen.

Bundesbriefmuseum

Bei der Bundesfeier 1891 in Schwyz regten die Bundesräte Emil Welti und Carl Schenk ein schweiz. Nationaldenkmal an. Dessen Realisierung im Vorfeld der 600-Jahrfeier der Schlacht am Morgarten (1915) bereitete der 1. Weltkrieg ein vorläufiges Ende. Bald nach Kriegsende erinnerte sich die Schwyzer Regierung indes ihrer früheren Absichten und ersuchte den Bundesrat, bei der "Schaffung einer würdigeren Unterkunftsstätte unserer Urkunden über die Entstehung der Eidgenossenschaft" mitzuwirken. 1928 sagte der Bundesrat zu. Die Schwyzer ihrerseits verbanden mit dem Projekt den Bau eines kant. Archivs. Den Wettbewerb gewann der aus Rothenthurm stammende Josef Beeler, Architekt in Zürich, der Ende 1933 auch den Auftrag zur Ausführung erhielt. Die Grundsteinlegung des bis 1991 Bundesbriefarchiv genannten Gebäudes fand am 15.11.1934 statt, die Einweihung am 1./2.8.1936. Der funktional konzipierte Bau entstand in einer Zeit der innern Unrast (Frontenbewegung, Weltwirtschaftskrise) und der sich abzeichnenden äusseren Bedrohung. Der "Hort" der Bundesbriefe von 1291 bis 1513 wurde zu einem Eckpfeiler der sich vor und während des 2. Weltkriegs entwickelnden Widerstandsideologie, der mit eidg. und Schwyzer Landes- und Kriegsfahnen geschmückte Ausstellungssaal der Bundes- und Freibriefe (Schwyzer Exemplare) zur sakral anmutenden Ehrenhalle der Eidgenossenschaft. Die ma. Dokumente, vorab der Bundesbrief von 1291, dienten unmittelbar als Vorlagen für das Verhalten in der aktuellen polit. Lage, als Dokumentation der Geistigen Landesverteidigung. Die Kunstwerke am Bau verstärkten diese Wirkung. Heinrich Danioths "Fundamentum" (Darstellung des Bundes zu Brunnen) an der Hauptfassade rief wegen seiner Modernität einen Kunstkrieg in Schwyz hervor. Walter Clénins Wandbild im Ausstellungssaal "Der Bundesschwur auf dem Rütli" entstand gegen Ende des Krieges. Hans Brandenbergers Monumentalplastik "Wehrbereitschaft" (geschaffen für die Landi 1939) wurde 1941 im Park aufgestellt. Maurice Barraud schuf einen eindrucksvollen "Bruder Klaus", überdeutlich als Hüter des Vaterlandes zu verstehen. 1979-80 folgten eine Renovation des Ausstellungssaals und die Restaurierung der 21 Banner und Fahnen. 1998-99 wurde die Ausstellung neu konzipiert, der Bundesbrief von 1291, seine Wirkungsgeschichte sowie das gewandelte Bild der Befreiungstradition ins Zentrum gerückt.

<b>Bundesbriefmuseum</b><br>General Henri Guisan, Bundesrat Philipp Etter und weitere Behördenmitglieder nehmen am 1. August 1941 vor dem Bundesbriefmuseum in Schwyz ein Defilee ab (Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Photoglob).<BR/>Mitten im Zweiten Weltkrieg war der Auftritt des Generals am Nationalfeiertag von symbolhafter Bedeutung. Er demonstrierte damit vor dem Museum, in dem die Bündnisurkunden der Eidgenossenschaft aufbewahrt wurden, anlässlich der 650-Jahrfeier des Bunds von 1291 den ungebrochenen Wehrwillen.<BR/>
General Henri Guisan, Bundesrat Philipp Etter und weitere Behördenmitglieder nehmen am 1. August 1941 vor dem Bundesbriefmuseum in Schwyz ein Defilee ab (Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege, Sammlung Photoglob).
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Literatur
Kdm SZ NF 1, 1978, 246-250
– J. Wiget Bundesbriefarchiv in Schwyz, 1986 (21996)
– R. Sablonier, «Das neue B.», in MHVS 91, 1999, 231-240

Autorin/Autor: Josef Wiget