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Beggingen

Polit. Gem. SH, Bez. Schleitheim. Grenzort nordöstl. von Schleitheim in einem Tal am Westfuss des Randens. 1278 Beggingen, später auch Beckingen und Böckingen. 1715 679 Einw.; 1842 1'438; 1850 1'251; 1900 803; 1950 554; 1990 441; 2000 500. Ein frühma. Gräberfeld liegt in B.-Löbern. Nach spätma. Überlieferung (Gallus Öhem) wurde B. zusammen mit Schleitheim von Hzg. Burchard III. (954-973) von Schwaben dem Kloster Reichenau geschenkt. Frühe Grundbesitzer waren auch die Hzg. von Teck, die Krenkinger, die Gf. von Lupfen, die Klöster St. Blasien und Allerheiligen, die Randenburger und im 15. Jh. das Heiliggeist-Spital Schaffhausen. In die Vogteirechte teilten sich die Herren von Randegg-Neuenegg und Lupfen. 1438 kaufte das Spital die Neuenegger Hälfte des Hochgerichts. 1491 ging nach langem Streit das ganze Hochgericht über den Randen (Mundat) an Allerheiligen und die Stadt Schaffhausen über. 1530 tauschte Schaffhausen von den Gf. von Lupfen die niedere Gerichtsbarkeit ein. Bis 1798 gehörte B. zur Schaffhauser Obervogtei Schleitheim. Am 4.4.1499 im Schwabenkrieg und am 2.10.1633 im Dreissigjährigen Krieg wurde das Dorf niedergebrannt. Die nach dem zweiten Brand wieder aufgebaute Silvester-Kapelle wurde 1644 zur selbstständigen Pfarreikirche. Bis 1804 setzte der Bf. von Konstanz als Rechtsnachfolger der Äbte der Reichenau den vom Kl. Rat von Schaffhausen ernannten ref. Pfarrer ein. Neben der Landwirtschaft (1990 33 Betriebe) waren früher der Gips- und der Sandsteinabbau sowie die Leinen- und die Seidenweberei wichtig. 1941-52 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Seit 1964 verfügt B. über eine direkte Autobusverbindung nach Schaffhausen.


Literatur
– G.A. Wanner, Gesch. des Dorfes B., 1939
– W.U. Guyan, Das alamann. Gräberfeld von B.-Löbern, 1958
Kdm SH 3, 1960, 19-23
– K. Bächtold, Die Gesch. des Randendorfs B., 1991

Autorin/Autor: Andreas Schiendorfer