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Bontempi, Teresa

geboren 8.7.1883 Locarno, gestorben 25.8.1968 Cevio, kath., von Menzonio. Tochter des Giacomo, Lehrers und Sekr. des Tessiner Erziehungsdep. (ab 1883). Ledig. 1901 Primarlehrerpatent. 1901-07 Lehrerin. Nach einem kurzen Studienaufenthalt an der Univ. Freiburg wurde B. 1908 zur kant. Kindergarteninspektorin ernannt. Mit Rosetta Colombi gründete sie 1912 L' Adula, eine Wochenzeitung für Kultur mit italophiler Tendenz. Aufgrund ihrer irredentist. und später faschismusfreundl. Ausrichtung musste die Zeitung ihr Erscheinen 1921 vorübergehend einstellen, und die Tessiner Regierung enthob B. ihrer Funktion als Kindergarteninspektorin. Schon im Dez. 1922 wurde sie aber wieder eingesetzt. 1931 arbeitete B. bei der Redaktion und beim Vertrieb des "Almanacco della Svizzera italiana" mit, dessen stark irredentist. Züge ein zweites Mal ihre Entlassung als Inspektorin bewirkten. 1935 wurde sie zusammen mit Emilio Colombi verhaftet und des Hochverrats angeklagt; "L'Adula" wurde vom Bundesrat verboten. Die Untersuchung wurde später eingestellt. Die Ereignisse bewogen jedoch die eidg. Behörden, im Strafgesetzbuch (1937) eine Bestimmung aufzunehmen, wonach staatsgefährdende Umtriebe unter Strafe gestellt wurden.


Archive
– ASTI, Fonds B.
Literatur
– G. Bonalumi, La giovane Adula, 1970
Teresa B. Diario di prigionia, hg. von P. Codiroli, 1999

Autorin/Autor: Pasquale Genasci / MS