Rüdlingen

Polit. Gem. SH, Bez. Schaffhausen. Das Dorf mit zahlreichen Fachwerkhäusern bildet mit Buchberg eine südl. Exklave des Kt. Schaffhausen am Rheinknie oberhalb Eglisau. 827 Ruodiningun. 1771 300 Einw.; 1836 652; 1850 704; 1900 514; 1950 370; 2000 616. Der Ort wurde vermutlich im 5. Jh. durch Alemannen gegründet. Im MA verfügte das Kloster St. Gallen über Grundbesitz in R. Die Herren von Weissenburg schenkten 1123 ihre Güter dem Kloster Rheinau, das die Frh. von Tengen und versch. Schaffhauser Fam. als Lehensträger einsetzte. 1520 erwarb die Stadt Schaffhausen die niedere Gerichtsbarkeit, 1656-57 von den Landgf. von Sulz auch die Landeshoheit und errichtete die Obervogtei R.-Buchberg (mit Ellikon am Rhein). Die Kirche St. Margareta wurde 1130 zur Pfarrkirche erhoben, verfiel jedoch nach der kirchl. Vereinigung mit Buchberg im 12. oder 13. Jh. 1839 trennte sich R. von Buchberg aufgrund versch. Zwistigkeiten. Die Dörfer bildeten aber weiterhin eine Pfarrgemeinde und eine Kirchgemeinde und arbeiteten auch etwa im Forstbereich und der Abwasserreinigung zusammen. 1882-1958 erfolgten Flusskorrektionen zur Erhaltung des Kulturlands. Durch das Postauto, die S-Bahn in Rafz und die Nähe zum Flughafen Kloten, einem wichtigen Arbeitsort für die Bevölkerung, ist R. verkehrstechnisch erschlossen. 2005 entfielen 34% der Arbeitsplätze im Bauern- und Fischerdorf auf den 1. Sektor und 60% auf den 3. Sektor.


Literatur
Kdm SH 3, 1960, 225 f.
– A. Ullmann-Meyer, Rüdlinger Heimatbuch, 1978
Schaffhauser Mgz. 1, 1981; 3, 1999

Autorin/Autor: Matthias Wipf