Munot

Festungswerk und Wahrzeichen der Stadt Schaffhausen, 1564-89 z.T. im Frondienst erbaut, bis 1665 partiell erweitert. Auf der strategisch wichtigen Anhöhe des Emmersberg, unweit von Altstadt, Rheinübergang und Schifflände gelegen. Schon im MA befand sich dort eine Befestigung (1376 Annot, 1460 Unot). Die Zirkularbaute erinnert stark an die Festungsideen Albrecht Dürers. 1799 erfolgte die einzige krieger. Besetzung des M.s durch die Franzosen im Kampf gegen Österreich. In der Folge wurde der stark beschädigte und damit nutzlos gewordene M., dessen militär. Wert seit jeher gering gewesen war, als Steinbruch benutzt. 1835-1902 wurde die Burg jedoch auf Initiative Johann Jacob Becks, der 1839 den Munotverein gründete, in mehreren Phasen restauriert. Den Unterbau des M.s bildet ein sechseckiges Grabengeschoss mit Kaponnieren (Schiesstürmchen); das darüberliegende Kasemattengeschoss und die Zinnenplattform im Obergeschoss weisen dagegen einen kreisförmigen Grundriss auf. Der aus dem runden Baukörper auf der Stadtseite hervorspringende Turm ist ca. 50 m hoch. Im Graben lebt seit 1905 eine Damhirschkolonie und im angrenzenden Rebberg gedeiht seit 1913/14 der städt. Ehrenwein. Der M. ist ein beliebtes Touristenziel, beherbergt öffentl. Veranstaltungen und weiterhin läutet der Munotwächter allabendlich um 21 Uhr das legendäre, in einem Volkslied verewigte "Munotglöggli".


Literatur
Kdm SH 1, 1960, 41-60
– K. Bänteli et al., «Beitr. zur Gesch. des M.s zu Schaffhausen», in SchBeitr. 66, 1989
– W. Meyer, H.U. Wipf, Der M. in Schaffhausen, 1992

Autorin/Autor: Matthias Wipf