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Beringen

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Politische Gemeinde SH, Bezirk Schaffhausen, seit 2013 mit Guntmadingen. Bach- und Strassendorf am Südfuss des Randen im oberen Klettgau, heute Industrieort. 965 Peringen (Fälschung des 12. Jh.) 1090 Beringin. 1531 43 Häuser; 1771 702 Einw.; 1850 1'418; 1900 1'208; 1950 1'757; 2000 3'027. Neben einer früh- und mittelbronzezeitl. Nekropole in Hagenwiesen und einem spätbronzezeitl. Urnengrab beim Unteren Stieg wurden in B. auch ein röm. Gutshof im Lieblosental sowie ein alemann. Gräberfeld aus dem 6. bis 7. Jh. gefunden. 1090 wurde erstmals ein Ortsadel bezeugt. Unter den vielen adligen und klösterl. Grundbesitzern ragte das Geschlecht der Hün (ma. Stammburg in B.) heraus. Die niedere Gerichtsbarkeit, bis Anfang des 15. Jh. als Lehen bei den Hün von B., ging 1520 an das Spendamt der Stadt Schaffhausen über. Die hohe Gerichtsbarkeit über den nördlich der alten Landstrasse Freiburg i.Br.-Schaffhausen gelegenen Teil übte das Kloster Allerheiligen aus, ab 1451 die Stadt Schaffhausen. Der südl. Teil stand unter der Landgrafschaft Klettgau, ab 1657 unter Schaffhausen. Vom 16. Jh. bis 1798 bildete das Dorf zusammen mit Hemmental und dem Weiler Griesbach die städt. Obervogtei B. 1798-1803 war es Teil des helvet. Distrikts Klettgau, 1803 wechselte es zum Oberklettgau und 1877 zum Bez. Schaffhausen. Zusammen mit Eschheim und Griesbach bildete B. eine Pfarrei, die Kirche (später Georg-Patrozinium) wurde 1231 erstmals erw. Bis zu Beginn des 15. Jh. übten die Hün von B. die Patronatsrechte aus. 1418 wurde die Kirche dem Kloster Allerheiligen inkorporiert. Von der Reformation 1529 bis 1637 gehörten auch Löhningen und Guntmadingen zur Pfarrei B.

Noch Anfang des 20. Jh. war B. ein Bauerndorf mit Kleingewerbe. 1942 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Gefördert durch die Einrichtung öffentl. Verkehrsmittel wie der Badischen Bahn 1863 oder der Strassenbahn Schaffhausen-Schleitheim 1905 (seit 1964 Busbetrieb) entwickelte sich B. im 20. Jh. zur Vorortsgemeinde der Industrieagglomeration Schaffhausen-Neuhausen. Als Siedlungsschwerpunkt ausserhalb des Dorfkerns entstand ab 1945 das Engequartier mit einheitl. Häusertyp. Nach 1960 wandelte sich B. durch die Niederlassung versch. Unternehmen im Süden des Dorfes in kurzer Zeit zu einer Industriegemeinde: Bircher (Elektronik) 1962, Bachmann (Metall) 1963, SIG (Verpackungsmaschinen) 1964-72. 1967 erfolgte der Bau der zur Pfarrei Neuhausen gehörigen kath. Friedenskirche. 1960-90 nahm die Bevölkerung um 40% zu, die Südhänge des Randen wurden stark mit Wohnhäusern überbaut. 4% der in B. Erwerbstätigen arbeiteten 1991 im 1., 76% im 2. und 20% im 3. Sektor.


Literatur
– E. Rahm, 300 Jahre Schule B., 1949
Kdm SH 3, 1960, 23-30
– E. Rahm, «Heimat- und Volkskundliches aus B.», in Njbl. der Naturforschenden Ges. Schaffhausen 17, 1965
– K. Bänteli, «Die Baugesch. von Schloss B.», in SchBeitr. 65, 1988, 31-50

Autorin/Autor: Robert Pfaff