• <b>Heinrich von Isny</b><br>Ausschnitt aus der Handfeste, die den Bürgern von Kleinbasel am 10. März 1277 von "Bruder Heinrich, Bischof von Basel durch die Gnade Gottes" verliehen wurde und dessen Siegel an der Originalurkunde links von denjenigen des Domstifts und der Stadt Basel hängt (Staatsarchiv Basel-Stadt, St. Urk. 50). Heinrich von Isny bestätigt die städtischen Freiheiten, die sein Vorgänger Heinrich von Neuenburg den Bürgern verliehen hat. Da die Bürger von Kleinbasel den Brückenkopf am rechten Rheinufer auf eigene Kosten befestigt haben, verpflichtet er sich ferner, die jährliche Steuer nicht zu erhöhen.

No 1

Isny, Heinrich von

geboren 1222 (?), gestorben 17./18.3.1288 Hagenau (Elsass), begraben Mainzer Dom. Sohn eines Bäckers aus Isny im Allgäu. Stud. der Theologie in Paris, Doktorat. Noch während des Stud. trat I. in den Franziskanerorden ein. Er unterrichtete als Lektor im Minoritenkloster von Basel und ab 1273 in jenem von Mainz. Seine glänzende Karriere verdankte er Rudolf IV. von Habsburg, der ihn mit wichtigen diplomat. Missionen betraute: 1274 weilte I. in Lyon, um sich vom Papst die Wahl Rudolfs zum König bestätigen zu lassen, 1275 bereitete er am gleichen Ort dessen Kaiserkrönung vor. Auf Wunsch des Königs und gegen den Willen des Domkapitels wurde I. 1275 von Papst Gregor X. in Lausanne zum Bf. von Basel geweiht. Zahlreiche Gesandtschaftsreisen im Auftrag des Kaisers führten ihn nach Rom, in die rhein. Erzbistümer und nach England. In seinem Bistum bemühte er sich 1278 um die Niederlassung seiner franziskan. Mitbrüder in Colmar, sorgte 1279 für die Übersiedlung der Klarissen nach Kleinbasel und stellte die Ordensregel bei den Augustinern von St. Leonhard in Basel wieder her. 1277 stellte er Kleinbasel einen Freibrief aus und vermittelte 1282 den Frieden zwischen Kg. Rudolf und dem Gf. von Savoyen. Als Gegenleistung für I.s treue Dienste bestätigte Rudolf dem Domkapitel 1282 den Besitz des Klosters Sulzburg im Schwarzwald, leistete ihm 1283 militär. Hilfe gegen den Gf. von Montbéliard im Streit um Pruntrut und die Herrschaft Ajoie und verlieh ihm 1285 die Schutzherrschaft über Augst und Zeiningen. 1286 wurde I. Erzbischof von Mainz. In Anspielung auf den franziskan. Strick, mit dem er sich gürtete, nannten ihn die Mainzer abwertend "Knoderer".

<b>Heinrich von Isny</b><br>Ausschnitt aus der Handfeste, die den Bürgern von Kleinbasel am 10. März 1277 von "Bruder Heinrich, Bischof von Basel durch die Gnade Gottes" verliehen wurde und dessen Siegel an der Originalurkunde links von denjenigen des Domstifts und der Stadt Basel hängt (Staatsarchiv Basel-Stadt, St. Urk. 50).<BR/>Heinrich von Isny bestätigt die städtischen Freiheiten, die sein Vorgänger Heinrich von Neuenburg den Bürgern verliehen hat. Da die Bürger von Kleinbasel den Brückenkopf am rechten Rheinufer auf eigene Kosten befestigt haben, verpflichtet er sich ferner, die jährliche Steuer nicht zu erhöhen.<BR/>
Ausschnitt aus der Handfeste, die den Bürgern von Kleinbasel am 10. März 1277 von "Bruder Heinrich, Bischof von Basel durch die Gnade Gottes" verliehen wurde und dessen Siegel an der Originalurkunde links von denjenigen des Domstifts und der Stadt Basel hängt (Staatsarchiv Basel-Stadt, St. Urk. 50).
(...)


Literatur
HS I/1, 181 f.; I/2, 987 f.
LexMA 4, 2080
– A. Ritscher, «Heinrich von I.», in Quellen, Kritik, Interpretation, hg. von T.M. Buck, 1999, 219-235
– Gatz, Bischöfe 1198, 403 f.

Autorin/Autor: Romain Jurot / AA