28/01/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Lohn (SH)

Polit. Gem. SH, Bez. Reiat, deren Kern das gleichnamige Haufendorf mit kleinstädt. Silhouette auf dem Plateau des Reiats bildet. 1238 Lône. 1798 248 Einw. und 38 Häuser; 1836 308 Einw.; 1850 340; 1900 352; 1950 403; 2000 634. Alemann. Grabfunde belegen die erste sichere Besiedlung des Ortes im 7. Jh. Ab der Mitte des 13. Jh. war L. das Zentrum der Grundherrschaft des Klarissenklosters Paradies, dessen Besitz grösstenteils aus Schenkungen der Gf. von Kyburg stammte. Mit der Reformation ging die niedere Gerichtsbarkeit 1529 durch Kauf an die Stadt Schaffhausen über, die 1723 von Österreich auch das Hochgericht erwarb. Die ref. Kirche St. Martin, eine ma. Chorturmkirche, wird 1259 erstmals erwähnt, ist aber sicher wesentlich älter. Die Pfarrei umfasste früher acht Gem., 2006 waren es neben L. noch Büttenhardt und Stetten. Reiche Lehmvorkommen führten vom 17. Jh. an zur Entwicklung einer Ziegelindustrie, die Anfang des 21. Jh. immer noch mit zwei Betrieben vertreten war. Weite Verbreitung fanden im 17. und 18. Jh. die durch die Bossiererwerkstatt Stüdlin gefertigten kunstvollen Gebäckmodel aus Ton. Auch sonst war die Gem. bereits im Ancien Régime auffallend stark handwerklich geprägt. Ab Mitte der 1960er Jahre erlebte L. dank schöner, stadtnaher Wohnlage einen kontinuierl. Zuzug von auswärts, der eine Ausdehnung der Einfamilienhausquartiere um den alten, ringförmig angelegten Dorfkern bewirkte.


Literatur
– H.U. Wipf, L., 1988

Autorin/Autor: Hans Ulrich Wipf