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Haito [Heito]

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geboren 762/763 ,gestorben 17.3.836, wohl alemann. Herkunft. H., der als Fünfjähriger dem Kloster Reichenau übergeben wurde, stieg dort bis zum Leiter der Schule auf. 802/803 wurde er, als Nachfolger des Reichenauer Abtes Waldo, Bf. von Basel, 806 auch Abt der Reichenau. H. war mehrfach für Karl den Grossen politisch tätig; u.a. führte er 811 die fränk. Gesandtschaft nach Konstantinopel an, im selben Jahr ist er im Testament Karls unter den Zeugen genannt. In Basel veranlasste er den Neubau des Domes, auf der Reichenau weihte er am 16.8.816 das Marienmünster in Mittelzell. Im selben Jahr nahm er an der Aachener Reformsynode teil. Wohl vor 813 verfasste er für seinen Klerus ein bischöfl. Kapitular, das in 25 Kapiteln Leben und Amtstätigkeit der Priester regelt, Anweisungen für die Belehrung der Laien gibt und eine beachtl. Verbreitung und Nachwirkung hatte. 823 resignierte er von seinen Ämtern und lebte fortan als einfacher Mönch auf der Reichenau. 824/825 zeichnete er die "Visio Wettini" in Prosa auf. Nicht überliefert ist H.s Bericht über die Gesandtschaftsreise nach Byzanz mit dem Titel "Odoporicum". Auf seine Veranlassung geht die Kopie des sog. St. Galler Klosterplans und wohl auch die Anlage des Reichenauer Verbrüderungsbuches zurück. H. ist ein herausragendes Beispiel für die enge Verknüpfung kirchl., polit. und gelehrten Wirkens im Karolingerreich.


Werke
– «Visio Wettini (Prosa)», in MGH Poetae 2, 1884, 267-275
– «Capitula», in MGH Capitula episcoporum 1, 1984, 203-219
Literatur
HS III/1, 2, 1070
LexMA 4, 2113
– W. Berschin, Biogr. und Epochenstil 3, 1991, 273 f.
LThK 4, 1209

Autorin/Autor: Ernst Tremp