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Grimald

geboren um 800, gestorben 13.6.872 St. Gallen. G. stammte aus fränk. Adel und war mit den Ebf. Hetti und Thietgaud von Trier verwandt. Ausgebildet wurde er an der Hofschule Karls des Grossen und auf der Reichenau. 824 war er in der Hofkapelle Ludwigs des Frommen tätig. Vor 833-839 und dann ab 847 wirkte er als Abt von Weissenburg (Elsass), 833-837 als Kanzler Ludwigs des Deutschen. Durch königl. Einsetzung wurde G. 841 zum Abt des Klosters St. Gallen ernannt, dem er bis zu seinem Tod vorstand. Daneben muss er Abt eines dritten Klosters (Ellwangen, Niederaltaich?) gewesen sein. 848 wurde er Erzkaplan Ludwigs des Deutschen und stand bis 870 als politisch und kulturell herausragende Persönlichkeit im Dienst des Königs. Er gehörte zu den Begründern der gelehrten Bildung im ostfränk. Reich und in St. Gallen. Von seinen geistigen und geistl. Interessen, persönl. und amtl. Beziehungen zeugt seine reichhaltige Privatbibliothek. Erhalten ist auch das persönl. Vademecum (830-860/870). In St. Gallen war er trotz seines lebenslangen Status als Weltpriester unter den Mönchen hoch geschätzt. Unter G. und seinem Stellvertreter und Nachfolger Hartmut schloss St. Gallen zahlreiche Gebetsverbrüderungen, blühten die innere und äussere Klosterschule und erreichte das Skriptorium Meisterleistungen. G. liess die Otmars- und die Michaelskirche erbauen sowie die Pfalz und Münsterkirche mit Wandmalereien ausschmücken.


Literatur
HS III/1, 1275-1277
LexMA 4, 1713 f.
Das Kloster St. Gallen im MA, hg. von P. Ochsenbein, 1999
– E. Tremp, «Ludwig der Deutsche und das Kloster St. Gallen», in Ludwig der Deutsche und seine Zeit, 2004, 141-160

Autorin/Autor: Ernst Tremp