Gozbert

Aus Thurgauer Adelsfam., urkundlich im Kloster St. Gallen 798 als Diakon, 811 als Priester, 813-816 als Dekan, 816-837 als Abt bezeugt, vermutlich wegen der Kämpfe unter den Söhnen Ks. Ludwigs des Frommen resigniert, gestorben 2.4. eines unbekannten Jahres. Mit G. begann das sog. Goldene Zeitalter der Abtei, die 818 durch das Immunitätsprivileg Ludwigs des Frommen Reichsabtei wurde und 833 von Kg. Ludwig dem Deutschen das Privileg der freien Abtwahl erhielt. G. erweiterte den Grundbesitz seines Klosters (Schenkungen im Thur- und Zürichgau), zentralisierte die Verwaltung und führte die Urkundenregistratur ein. Er förderte das Skriptorium, wodurch die Bibliothek um 70 (noch erhaltene) Kodizes bereichert wurde. 830 begann er - angeregt durch den auf der Reichenau beschrifteten, ihm gewidmeten sog. St. Galler Klosterplan - den Neubau der Abteikirche, die als Rohbau wohl schon 835 geweiht wurde.


Literatur
HS III/1, 1192 f., 1272 f.
– J. Duft, Die Abtei St. Gallen 2, 1991, 61-63, 222 f.
– W. Jacobsen, Der Klosterplan von St. Gallen und die karoling. Architektur, 1992, 22-24, 175-188, 321-328

Autorin/Autor: Johannes Duft