Bibern (SH)

Ehemalige politische Gemeinde SH, Bezirk Reiat, seit 2009 Teil der Gemeinde Thayngen. Grenzdorf an der Biber im Unteren Reiat, nördlich von Thayngen. 1050 Biberaha, 1166 Bibera, später bis ins 19. Jh. Biberach. 1836 201 Einw.; 1850 229; 1900 143; 1950 189; 2000 263. Neben dem Chorherrenstift Oehningen waren die Klöster St. Georgen in St. Gallen, Reichenau, Paradies und Allerheiligen in Schaffhausen in B. begütert. 1521 und 1534 erlangte die Stadt Schaffhausen das niedere, 1723 von Vorderösterreich das hohe Gericht. B. gehörte bis 1798 zur Obervogtei Reiath und Herblingen, kirchlich zu Lohn, seit 1867 zu Opfertshofen. Seit jeher bildete B. mit Hofen eine Doppelgemeinde. Auf Verlangen von Hofen kam es 1861 zur Trennung. Bis 1931 wurde stets Rebbau betrieben (1465 bezeugt, 1875 12,2 ha Rebfläche). 1901 wurde B. durch Postkutschen-, 1921 durch Postautokurse nach Thayngen erschlossen. Die geringe Bevölkerungszahl führte zur Zusammenarbeit der vier Gemeinden im Unteren Reiat (1961 Zentralschulhaus) und mit der dt. Nachbarschaft (1986-89 Kläranlage Oberes Bibertal). 1990 arbeiteten 31% der in B. Erwerbstätigen im 1., 52% im 3. Sektor.


Literatur
Kdm SH 3, 1960, 30 f.

Autorin/Autor: Andreas Schiendorfer