30/06/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Altdorf (SH)

Polit. Gem SH, Bez. Reiat. Bauerndorf in einem Seitental der Biber. 830 (?) Altdorf, bis 1955 amtl. Altorf. 1850 260 Einw.; 1900 211; 1950 182; 2000 194. A. gehörte im MA zuerst zum Hegau, dann zur Landgrafschaft Nellenburg, kam wohl im 13. Jh. zu Vorderösterreich und 1723 zu Schaffhausen. Bevogtet wurde das Dorf von den Truchsessen von Diessenhofen, ab 1315 von der Schaffhauser Fam. Heggenzi, von 1459 an vom Kloster Paradies. Mit der Reformation ging die niedere Gerichtsbarkeit an die Stadt Schaffhausen über. A. bildete fortan mit sieben weiteren Gem. bis 1798 die "Obervogtei über den Reyath und Herblingen". Im Dreissigjährigen Krieg wurde A. 1633 durch kaiserl. Truppen zerstört. Kirchl. gehörte A. bis 1867 zur Pfarrei Lohn (SH), seither zur neuen Kirchgem. Opfertshofen. Die Katholiken werden vom Pfarramt Thayngen betreut. Zwei Grenzverletzungen führten 1945, gegen Ende des 2. Weltkriegs, zu geringen Schäden. 1959-78 erfolgte eine Melioration mit Güterzusammenlegung. Seit 1975 wird der einst bedeutende Rebbau wieder betrieben. 1963-65 beteiligte sich A. am Bau der Zentralschule Unterer Reiat in Hofen, 1985-87 am Bau der dt.-schweiz. Kläranlage Oberes Bibertal.


Literatur
Kdm SH 3, 1960, 12 f.
Schaffhauser Mgz., Nr. 1, 1980; Nr. 2, 1993

Autorin/Autor: Andreas Schiendorfer