Osterfingen

Ehemalige politische Gemeinde SH, Bezirk Unterklettgau, seit 2005 Teil der Gemeinde Wilchingen. Strassendorf im Wangental mit dem südlich liegenden Weiler Bad O. 912 Ostrolvingen. 1771 349 Einw.; 1798 449; 1836 557; 1850 622; 1900 414; 1950 316; 2000 359. Beim Bad O. wurden 1934 die Fundamente einer röm. Villa freigelegt. Unter den Funden befand sich auch ein kleiner Münzschatz. Im MA war das Kloster Rheinau der grösste Grundherr in O. Der Kelnhof wurde vermutlich 1948 archäologisch nachgewiesen. Daneben waren die Herren von Lupfen, von Randenburg, von Radegg, das Kloster Allerheiligen sowie Schaffhauser Stadtbürger Grundherren in O. Die Herren von Lupfen hatten die niedere Gerichtsbarkeit inne. Im 14. Jh. wurde sie an die Schultheissen von Randenburg verliehen. 1537 kam sie über Hans Wilhelm Im Thurn und Wilhelm von Fulach an die Stadt Schaffhausen und O. wurde Teil der Landvogtei Neunkirch. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei den Grafen im Klettgau, bis sie von Gf. Johann Ludwig von Sulz 1656 an Schaffhausen verkauft wurde. Osterfingen war bis 2004 Teil des Bezirks Oberklettgau. Kirchlich gehörte das Dorf zur Pfarrei Neunkirch, seit 1529 ist der Ort reformiert. 1759 wurde anstelle der ab 1300 erw. Jakobskapelle eine Kirche errichtet, was darauf hindeutet, dass die Osterfinger gegen Ende des 17. Jh. immer mehr kirchl. Rechte erlangten. Im Ort wird bis heute Weinbau betrieben. Ab dem 17. Jh. wurde auf den umliegenden Randenhöhen nach Bohnerz gegraben und in den nahen Eisenhütten verarbeitet. Als der Bergbau 1850 eingestellt wurde, verloren viele Bewohner ihre Arbeit und mussten auswandern.


Literatur
– C. Birchmeier, Bohnerzbergbau im Südranden, 1986
– K. Bächtold, O., 1994

Autorin/Autor: Roman Sigg