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Löhningen

Polit. Gem. SH, Bez. Oberklettgau. Weinbaudorf und Wohngem. am Südfuss des Randens. 1112 Loningen (ca. 778-781 Loninga bezieht sich vielleicht auf L. im Steinatal, Kreis Waldshut, D). 1771 444 Einw.; 1798 500; 1850 845; 1900 699; 1950 709; 1980 748; 2000 1'127. Funde der Urnenfelderkultur aus dem 11. bis 9. Jh. v.Chr. Alemann. Gräber des 7. Jh. Im 12. Jh. sind die Herren von L. urkundlich bezeugt, ein Stammsitz ist aber im Gemeindegebiet nicht nachweisbar. Grundbesitzer in L. waren das Spital zum Hl. Geist in Schaffhausen, das Frauenkloster Paradies (Zinsrodel von 1349) und mehrere Schaffhauser Adlige wie die Am Stad und die von Randenburg. Die Landstrasse Schaffhausen-Schwarzwald-Freiburg i.Br. stellte die Grenze der Gerichtssprengel dar: Die nördl. Hälfte des Niedergerichts lag nacheinander bei den Frh. von Tengen, den städt. Adligen der von Randenburg, Wiechser und Trüllerey, bis die Stadt Schaffhausen sie 1540 erwarb. Die südl. Hälfte verkaufte das Kloster Paradies an die Stadt. Die hohe Gerichtsbarkeit nördlich der Landstrasse gehörte zur Mundat am Randen (Immunitätsgebiet des Klosters Allerheiligen); die südl. Hälfte kaufte die Stadt 1656 von den Landgf. des Klettgaus. Die Ortschaft bildete zusammen mit Guntmadingen die Obervogtei L. Die 1275 erstmals erw. Kapelle von L. (Patrozinium unbekannt) wurde 1336 dem Spital inkorporiert und erst 1881 endgültig abgelöst. Von der Reformation 1529 bis 1637 gehörte L. (wie auch Guntmadingen) zur Kirchgemeinde Beringen. Nach dem Bau der heutigen Kirche (1606) wurde 1637 mit Guntmadingen eine eigene Kirchgemeinde gegründet. 1336 datiert die erste Erwähnung des Rebbaus, 1604 der Bau der Spitaltrotte, 1924 die Gründung der Rebbaugenossenschaft und 1951 diejenige der Weinbaugenossenschaft. Hatte die Bevölkerung 1850-1940 infolge der Abwanderung in die Industrieagglomeration Schaffhausen-Neuhausen abgenommen, so stieg sie 1980-2000 dank Stadtnähe und schöner Wohnlage um mehr als 50% an.


Literatur
– J. Winzeler, Aus der Gesch. der Gem. L., 1951
– E. Müller, 1200 Jahre L., 1979

Autorin/Autor: Robert Pfaff