Guntmadingen

Ehemalige politische Gemeinde SH, Bezirk Schaffhausen, seit 2013 Teil der Gemeinde Beringen. Das Bauerndorf mit hohem Waldanteil liegt am Fuss des Lauferbergs. 1111 Guntrammingin (Fälschung, Mitte 12. Jh.), 1122 Guntramingin. 1771 105 Einw.; 1798 134; 1850 232; 1900 176; 1950 208; 2000 258. Spuren einer spätma.-frühneuzeitl. Töpferei und frühneuzeitl. Karrengleise (im Zusammenhang mit dem Bohnerzabbau). Im MA lag der Grundbesitz u.a. in den Händen der Schaffhauser Klöster Allerheiligen und St. Agnes, des Klosters Paradies, des Spitals zum Hl. Geist in Schaffhausen sowie der Fam. von Radegg. 1459 verkauften die von Fulach die Niedergerichtsbarkeit an das Kloster Paradies, das diese Rechte 1529 an Schaffhausen veräusserte. In der frühen Neuzeit bildete G. mit Löhningen bis 1798 die Obervogtei Löhningen der Schaffhauser Landschaft. 1657 erwarb Schaffhausen die Hochgerichtsbarkeit von den Gf. von Sulz. Kirchlich gehört G. zu Löhningen und war von der Reformation bis 1637 mit diesem zusammen ein Teil von Beringen. Die Gemeindeverwaltungen der beiden Dörfer waren in der 1. Hälfte des 19. Jh. miteinander verbunden, bis sie 1840 bzw. 1846 getrennt wurden. G. gehörte bis 2012 zum Bezirk Oberklettgau. Unweit des Dorfs liegt das 1800 errichtete wichtige Gasthaus Oberneuhaus. Es diente 1831 den Klettgauern als Sammelpunkt, die bewaffnet nach Schaffhausen zogen, um eine Änderung des Verfassungsentwurfs zu erreichen. Im landwirtschaftlich geprägten G. fand keine industrielle Entwicklung statt.


Autorin/Autor: Ulf Wendler