Merlach

Polit. Gem. FR, Seebezirk. Ehem. Fischerdorf am Murtensee, heute Wohn- und Agglomerationsgem. von Murten. 1162 de Meriaco, 1178 Meriei, franz. Meyriez. Im 15./16. Jh. rund 15 Haushalte; 1811 87 Einw.; 1850 120; 1900 244; 1950 259; 2000 547. Von den in der 1. Juragewässerkorrektion entdeckten Seeufersiedlungen aus neolith. Zeit ist ein eichener Einbaum erhalten. Auf dem Merlachfeld wurden die Überreste eines galloröm. Tempels gefunden. Die 1228 erw. Pfarrkirche St. Johann Evangelist steht am Ort einer vermutlich merowing. Vorgängerkirche. 1239 überliess der Schultheiss von Murten, Peter d'Oleyres, die Kirche der Prämonstratenserabtei Fontaine-André, zu der sie bis zur Reformation gehörte. Das Dorf war Teil von Murten und erhielt 1536 das Gemeinderecht. Ab 1665 führte M. gemeinsam mit Gurwolf eine Schule, ab 1774 eine eigene. Das Schulhaus wurde 1820-21 erbaut. Die Landsitze mit Seeanstoss und Parks reicher Murtner Bürger wurden ab dem 18. Jh. errichtet. Durch die Juragewässerkorrektion gewann das Fischerdorf entlang des Seeufers einen bis zu 60 Meter breiten Streifen Land. Das heutige Hotel du Vieux Manoir entstand aus der 1906 gebauten Villa Mallet, einer Dépendance der Campagne Chatonay, des Sommersitzes der in Paris lebenden Murtner Fam. Chatonay. Aus dem Hospiz Bon-Vouloir, einer Stiftung der Fam. de Rougemont und de Pourtalès von 1863, wurde nach 1920 das Bezirksspital. 2000 waren 84% der Bevölkerung deutsch- und 14% französischsprachig.


Literatur
– J.P. Anderegg, Die Bauernhäuser des Kt. Freiburg 1, 1979
Kdm FR 4, 1989, 203-241
– F. Saby, D. Bugnon, «Le temple gallo-romain de Meyriez/Merlachfeld», in Chronique archéologique, 1996, 51-96

Autorin/Autor: Hermann Schöpfer