Lauwil

Polit. Gem. BL, Bez. Waldenburg, in einer Juramulde auf 637 m gelegenes Dorf, zu dem zwölf stattl. Sennhöfe zählen. 1194 Luiwilre. 1805 306 Einw.; 1834 400; 1850 508; 1900 449; 1950 330; 2000 307. Der Ortsname und die Funde weisen auf eine Besiedlung bereits in frühma. Zeit hin. Im HochMA gehörte L. zur frohburg. Herrschaft Waldenburg. Auch das Kloster Schönthal und die Herren von Ramstein waren im Dorf begütert. 1366 kam L. an den Bf. von Basel und 1400 durch Kauf an die Stadt Basel. 1798 wurde die Gem. Teil des Distrikts und 1814 des Bez. Waldenburg. In den Trennungswirren hielt L. allerdings zur Stadt Basel. Kirchlich war L. über Jahrhunderte mit Reigoldswil verbunden. Ursprüngl. Pfarreimittelpunkt war vermutlich die 1950 archäologisch nachgewiesene ma. Kirche St. Romai (St. Remigius), die 1536 abbrannte. Seit 1765 bildet L. mit Bretzwil eine ref. Kirchgemeinde. Vom 18. bis ins frühe 20. Jh. war die Posamenterei stark verbreitet (1754 46 Bandstühle, 1786 72, 1856 93, 1908 115).


Literatur
– P. Suter, «Zur Gesch. der Gotteshäuser des Baselbieter Hinterlandes», in Baselbieter Heimatbl. 37, 1972, 206-215
– L. Rudin, U. Bader, "E läbigs Louel", 1994

Autorin/Autor: Dominik Wunderlin