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Langenbruck

Polit. Gem. BL, Bez. Waldenburg, Strassendorf auf der Südseite des Oberen Hauensteins mit dem Weiler Bärenwil und zahlreichen Einzelhöfen. 1145 Langebruccho. 1585 260 Einw.; 1763 397; 1850 927; 1900 827; 1950 979; 1980 788; 2000 929. Kupferbeil aus der 1. Hälfte des 4. Jt. v.Chr. auf der Passhöhe. Durch das Gebiet L.s führte die röm. Hauptstrasse Augusta-Raurica-Salodurum. In alemann. Zeit war dieses dünn besiedelt. Bis ins 11. Jh. bildete es einen Teil des Bannes Onoldswil. Um 900 befand sich das Gebiet im Besitz des Klosters Murbach, ab dem 11. Jh. in demjenigen der Gf. von Frohburg, welche um 1140 das Kloster Schöntal gründeten. 1400 erfolgte der Verkauf an die Stadt Basel; 1464 sprach der Basler Bf. Johann von Venningen der Stadt das Gebiet nach Grenzstreitigkeiten mit Solothurn endgültig zu. Bei der Kantonstrennung blieb L. 1831 zunächst stadttreu; 1832 schloss es sich dann der Landschaft an. Die Johanneskapelle (5./6. Jh.) war bis 1504 der Pfarrei St. Peter unterstellt, dann dem Kloster Schönthal; 1540 brannte sie ab. Die Reformation wurde 1530 eingeführt, die ref. Dorfkirche 1590 erbaut. Die Siedlungsentwicklung stand in engem Zusammenhang mit der Strasse über den Jurapass, einem Teilstück der Gotthardroute. Der Strassenausbau von 1740 führte zu einer baul. Verdichtung, derjenige von 1833 bis 1835 zu einem bis ca. 1860 anhaltenden Wachstumsschub: Gasthäuser, Fuhrhaltereien und anderes auf Verkehr und Bau ausgerichtetes Gewerbe blühten ebenso auf wie Viehwirtschaft und -handel. 1770 bestanden 26 Bandstühle in L., 1857 86 und 1908 noch 32. Die von der neuen liberalen Elite 1838 gegr. kommunale Gemeinnnützige Gesellschaft förderte nach 1850 insbesondere den Fremdenverkehr, da der Passverkehr mit der Inbetriebnahme der Bahnlinie Basel-Olten stark abnahm. Erste Kuraufenthalte sind in den 1830er Jahren bezeugt; das Kurhauses wurde 1874 errrichtet (1981 abgebrochen). Seinen Höhepunkt als Luftkurort erlebte L. 1890-1914. Im 20. Jh. erlangte es eine bescheidene Bedeutung als Wintersportplatz (1910 und 1926 Sprungschanze, 1951 und 1966 Skilifte). Anfang des 21. Jh. war L. ein Naherholungsort.


Literatur
– P. Jenni, Heimatkunde von L., 1992
– B. Schumacher, Auf Luft gebaut, 1992

Autorin/Autor: Beatrice Schumacher