Beinheim, Heinrich von

geboren um 1398 ,gestorben 17./18.4.1460 Basel, ab 1437 von Basel. Illegitimer Sohn des Heinrich von Fleckenstein und der Helkina, benannt nach B. (Unterelsass). ∞ vor 1439 Adelheid Efrer, Tochter des Hans, von Delsberg. Stud. in Wien, ab 1422 in Heidelberg, 1428 Lizentiat des kanon. Rechts. 1427-35 Propst von Moutier-Grandval. Als Offizial (1428/29-35/36) unter seinem Oheim (?), dem Basler Bf. Johann von Fleckenstein, erliess B. eine Verfahrensordnung für das geistl. Gericht. In versch. Funktionen wirkte er intensiv am Basler Konzil mit, so als Promotor (Kirchenanwalt) ab 1432, als Verbindungsglied zwischen Behörden und Konzil sowie 1448 beim Konzilsabschluss. 1439 von Kg. Albrecht II. zum Rat ernannt, promovierte er 1439 zum Dr. der Dekretalen der Konzilsuniversität. 1436 gab er den geistl. Stand auf. Ca. 1440-60 war er als Rechtskonsulent der Stadt Basel tätig und wurde vom Rat als Jurist, Schiedsrichter und Vermittler mit vielen polit.-diplomat. Missionen betraut. Er vertrat u.a. Basel 1446 in Colmar nach dem Krieg mit Österreich, 1449 beim Abschluss der Breisacher Richtung und gehörte ab 1450 der dort bestellten Schiedsinstanz an. Ks. Friedrich III. legitimierte ihn 1455 und verlieh ihm ein Wappen. Als früher Humanist war B. massgebend an der Gründung der Basler Univ. beteiligt, für die er 1459 zuhanden des Rats ein Gutachten erstellte. Er verfasste auch eine kurze Chronik der Basler Bf. von ca. 1350-1458 in lat. Sprache sowie eine nur in der dt. Übersetzung erhaltene "Grosse Chronik der Stadt Basel" von 1441-51, die sich durch ein unabh. Urteil auszeichnet. Als Autor der anonymen, um 1439 in Basel (?) entstandenen "Reformatio Sigismundi" wird er kaum mehr in Betracht gezogen. Seine an jurist. Handschriften reiche Bibliothek vermachte er dem Domstift.


Literatur
HS I/1, 248 f.
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 36-38

Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest