27/10/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Eptingen

Polit. Gem. BL, Bez. Waldenburg. E. liegt am Fuss des Belchen am oberen Ende des Diegtertals in einem Talkessel des Kettenjuras. 1145 Ebittingen. 1774 378 Einw.; 1850 787; 1900 657; 1950 556; 2000 566. Frühma. Reihengräber mit Beigaben. Unterhalb der Riedfluh am Südhang des Ränggenbergs wurde in der 2. Hälfte des 11. Jh. eine Grottenburg erbaut, die um 1200 durch ein Feuer zerstört wurde. Im MA bestanden zwei Siedlungen: Ruch-E. an der Stelle des heutigen Dorfs sowie das verschwundene Wild-E. auf Höchstetten, rund 100 m höher. Die Herren von E. errichteten die Burgen auf Schanz und bei Witwald. 1487 wurde die Herrschaft E. an die Stadt Basel verkauft. Im MA war E. eine selbstständige Pfarrei. Infolge der Reformation wurde es 1529 mit Diegten zur ref. Kirchgem. Diegten-E. vereinigt. E. ist bekannt für sein Mineralwasser, das 1693 von Theodor Zwinger erstmals beschrieben wurde. Von 1700 bis zum 1. Weltkrieg war Ruch-E. ein bedeutender Badekurort. Ab 1900 fand das Mineralwasser auch als Tafelwasser Verwendung. Im 18. Jh. fasste die Seidenbandweberei in E. Fuss: 1754 waren 15 Bandstühle registriert, 1856 62, 1908 noch 42. Der Anschluss an die Eisenbahn in Sissach wurde ab ca. 1860 durch die Postkutsche, ab 1917 durch das Postauto gewährt. Mit dem Bau der Autobahn A2 begannen 1963 die Arbeiten am Belchentunnel; grosse Bauten (Brücke, Damm) engten das Dorf ein. Im weiterhin landwirtschaftlich geprägten Dorf mit rund 30 Einzelhöfen (1681 sechs Sennhöfe) werden bis auf eine Höhe von 900 m v.a. Futterbau und Viehwirtschaft betrieben.


Literatur
– P. Stöcklin, «Zum Ortsnamen "E."», in BHB 49, 1984, 457-465
– P. Degen et al., Die Grottenburg Riedfluh bei E., 1988
– P. Stöcklin, «Zu den Namen Ruch-E. und Wild-E.», in BHB 57, 1992, 65-80

Autorin/Autor: Peter Stöcklin