11/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Bennwil

Polit. Gem. BL, Bez. Waldenburg. Das Strassendorf mit einem Haufenkern um die Kirche liegt in der Talmulde des Bennwilerbachs (Walibach). Zur Gem. gehören ausserdem 24 Einzelhöfe. 1218 Bendewilere (die Urkunde von 1189 ist eine Fälschung). 1698 250 Einw.; 1798 355; 1850 615; 1900 545; 1950 456; 1970 408; 2000 603. Neben späteisenzeitl. Funden am Rehhag finden sich in B. auch eine röm. Villa sowie ein Alemannengrab im Weierli. Im MA war B. im Besitz der Frohburger. Das Kloster Schöntal besass das Patronatsrecht der Kirche und die damit verbundenen Einnahmen. 1400 erwarb die Stadt Basel B. zusammen mit der Herrschaft Waldenburg. Mit der Reformation gingen 1529 die klösterl. Rechte an den Basler Rat, der 1535 den Zusammenschluss der Kirchgem. B., Hölstein und Lampenberg verfügte. 1617 vernichtete ein Brand die Kirche (Fundamente aus dem 8. bis 10. Jh.). Der Bau der heute unter Denkmalschutz stehenden ref. Kirche wurde 1649 vollendet (Renaissancekanzel 1649). Dreifelderwirtschaft, Korn- und Haferanbau, wenig Milchwirtschaft und Rebbau charakterisierten die vorindustrielle Landwirtschaft. Ab dem 18. Jh. verbreitete sich die Seidenbandheimarbeit für Basler Verleger, die Mitte des 19. Jh. eine Blüte erlebte. Nach Aufhebung des Flurzwangs entstanden v.a. 1813-66 Einzelhöfe. 1880 folgte die Eröffnung der Bahnlinie Liestal-Waldenburg (Station 3 km westl. in Niederdorf) und 1903 die Gründung der Elektra Bennwil (Elektrifizierung der Posamenterei). Mit dem Bau der neuen Kantonsstrasse (1910) von B. nach Hölstein wurde der Dorfbach streckenweise eingedolt. 1952 erfolgte der direkte Anschluss an den öffentl. Verkehr durch einen Postautokurs. Bis in die 1970er Jahre bewahrte B. seine landwirtschaftl. Struktur (1975 53% Arbeitsplätze, 1990 38% in B. Erwerbstätige im 1. Sektor) und entwickelte sich gleichzeitig zum Pendlerdorf (1990 60% Wegpendler).


Literatur
– F. LaRoche-Gauss, Zur Gesch. von B., 1983

Autorin/Autor: Antonia Schmidlin