Zatzikhoven [Zazikhoven], Ulrich von

Z. wird einzig in einer Urkunde vom 29.3.1214 erwähnt. Sie führt ihn als capellanus Uolricus de Cecinchouin, plebanus Loumeissae an; er war demnach Leutpriester der Kaplanei Lommis, stammte aus dem benachbarten Zezikon und ist vermutlich einer nur schwach bezeugten Dienstmannensippe der Gf. von Toggenburg zuzuordnen. Seit Jakob Baechtold wird Z. meist mit dem Verfasser des frühesten dt. Lanzelet-Romans (um 1200) gleichgesetzt, der sich im Epilog von Zatzichoven Uolrich nennt. Da die Identifizierung sich letztlich nur auf die Namensgleichheit stützen kann, bleibt sie ungewiss. Dies gilt ebenso für die von Michael Bärmann aufgeworfene These, wonach der Verfasser aus dem bad. Ministerialengeschlecht von Cecinchouen stamme.


Werke
Lanzelet, hg. von F. Kragl, 2 Bde., 2006
Literatur
– J. Baechtold, Gesch. der Dt. Lit. in der Schweiz, 1892, 87-91
VL 10, 61-68
– M. Bärmann, «Ulrich von Zazikhoven und die Entstehung des mittelhochdt. Lanzelet-Romans», in Das Markgräflerland 1989, H. 2, 62-84

Autorin/Autor: Max Schiendorfer