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Rickenbach (BL)

Polit. Gem. BL, Bez. Sissach, in einem Seitental der Ergolz. 1274 Richenbah. 1850 289 Einw.; 1900 294; 1950 286; 2000 521. Neolith. Werkzeugfunde. Die dauernde Besiedlung geht auf einen alemann. Hof zurück. Ursprünglich zur Herrschaft Homberg-Frohburg gehörig, kam R. an die Gf. von Thierstein-Farnsburg und 1461 an die Stadt Basel, die das Dorf dem Farnsburgeramt zuteilte. In der Helvetik gehörte es zum Distrikt Gelterkinden, ab 1803 zum Bez. Liestal. Nach der Kantonstrennung 1833 kam das stadttreue Dorf zum heutigen Bezirk. R. gehört zur Pfarrei Gelterkinden, besass aber im MA eine 1536 abgebrochene Kapelle. Zur Entsumpfung wurde 1510 ein obrigkeitl. Fischweiher angelegt (nach 1799 aufgeschüttet). Zum Strassendorf entwickelte sich R. im 18. und 19. Jh.; in dieser Zeit erlangte auch die Posamenterei Bedeutung (1770 16 Bandstühle, 1856 45, 1908 40, 1923 39). 1828-30 liess die Gem. ein Schulhaus mit Spritzenhaus, Stall, Scheune und Lehrerwohnung errichten, für das der aus R. stammende Heinrich Handschin 1881 ein Uhrwerk stiftete. Die Südlage und die geringe Nebeldichte förderten den Reb- und Obstbau. Vor dem 1. Weltkrieg war das Dorf auch als Luftkurort viel besucht. Zu Beginn des 21. Jh. wies R. den dichtesten Obstbaumbestand im Kt. Basel-Landschaft auf.


Literatur
Kdm BL 3, 1986, 234-238
Die Baselbieter Gem., 1989, 154

Autorin/Autor: André Salvisberg