24/11/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Maisprach

Polit. Gem. BL, Bez. Sissach. Dorf am Südhang des Sonnenbergs. 1247 Mesbache. 1774 280 Einw.; 1850 543; 1900 578; 1950 454; 1980 537; 2000 885. Siedlungsspuren aus dem Neolithikum, Reste einer röm. Villa des 2. Jh. sowie zweier hochma. Steinhäuser. Nach Vorläuferbauten im 8. bis 10. Jh. entstand im 13. Jh. die Maria geweihte Kirche (1700 Schiff, 1711 Turm und Chor neu gebaut). Das Patronatsrecht gehörte im 14. Jh. den Thiersteinern und ging Anfang des 16. Jh. an die Stadt Basel. 1535-1935 war M. kirchlich mit Buus vereinigt. Die Besitz- und Lehensverhältnisse im Dorf und auf den zwei Freihöfen erlebten im MA Verschiebungen zwischen kirchl. Institutionen und Adelsgeschlechtern, wobei die Thiersteiner die wichtigste Rolle spielten. 1461 erwarb Basel das Dorf. 1546 brannte M. ab. Im Rappenkrieg 1594 hielt es zu den Aufständischen, während der Revolution 1798 und den Basler Trennungskämpfen zur Stadt. Neben dem Obstbau spielt der 1328 erstmals erw. Rebbau eine wichtige Rolle. Im 18. Jh. siedelte sich die Seidenweberei (1754 3 Stühle, 1856 56, 1954 1), im 19. Jh. die Uhrensteinschleiferei (1882-1966) an. Infolge des Bevölkerungszuwachses ab den 1980er Jahren wandelte sich das Bauerndorf zur Wohngemeinde der Basler Agglomeration.


Literatur
Kdm BL 3, 1986, 139-159
– K. Graf, Heimatkunde von Maisprach, 1968
Kunstführer durch die Schweiz 3, 2006, 41

Autorin/Autor: André Salvisberg