• <b>Läufelfingen</b><br>Ansicht des Kirchweilers und des Schlosses Neu-Homberg. Lavierte Federzeichnung von   Emanuel Büchel,  1758 (Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Falk. Fb 12, 11). Der aus der reformierten Kirche, dem Friedhof, dem Pfarr- und dem Sigristenhaus bestehende Komplex wird vom Schloss Homburg (oder Neu-Homberg) dominiert. Der Weiler befindet sich nördlich des Dorfes Läufelfingen, das auf dem Bild nicht zu sehen ist. Im Hintergrund ist das Dorf Känerkinden (B) zu erkennen. Die Zeichnung von Emanuel Büchel diente David Herrliberger als Grundlage für seinen Stich in der "Topographie der Eydgnoßschaft".

Läufelfingen

Polit. Gem. BL, Bez. Sissach. Haufendorf in der obersten Talweite des Homburgerbaches an der Passstrasse über den Unteren Hauenstein. 1226 Leinvolvingen, 1481 Leiffeldingen. 1680 246 Einw.; 1798 344; 1837 522; 1850 704; 1900 889; 1950 1'093; 1970 1'243; 2000 1'251. Der Kirchhügel war ab dem 1. Jh. n. Chr. römisch besiedelt. Der Dorfkern befindet sich seit dem FrühMA im Talboden. L. war ursprünglich im Besitz der Frohburger, kam um 1245 an die Neu-Homburger, 1305 an den Bf. von Basel und 1400 zusammen mit den Herrschaften Homburg und Liestal an die Stadt Basel. Nördlich von L. liegt das Schloss Neu-Homberg, das 1400-1798 als Sitz der Basler Obervögte des Homburgeramtes diente. Die abseits am Osthang des Tals gelegene Kirche stammt vermutlich aus dem 10./11. Jh. und wurde als Eigenkirche der ab 1050 L.s nachgewiesenen Frohburger für die Bevölkerung von L. und des Weilers Wisen (SO) geweiht (Kirchenpatrone: Petrus und Paulus). Der spätgot. Neubau datiert auf 1485, der Neubau des 1445 abgebrannten Pfarrhauses auf 1491. Während der Reformation 1529-30 geriet die starke Wiedertäuferbewegung in L. in Konflikt mit den ersten ref. Pfarrern. Aufgrund dieser Unruhen sagte sich Wisen 1538 von L. los und wurde nach dem kath. Trimbach kirchengenössig. Der Strassenbau ab dem MA förderte die wirtschaftl. Entwicklung, v.a. die Fuhrhalterei. Der Ausbau der Passstrasse (1827-30) und die Erstellung des Hauensteintunnels (1853-57), des damals längsten Eisenbahntunnels Europas, führte zu einer weiteren Expansion der Wirtschaft, wobei 1857 bei einem Tunnelunglück 63 Bauarbeiter den Tod fanden. Mit der Eröffnung der Hauensteinbasislinie 1916 verlor L. an verkehrstechn. Bedeutung. Ende 19. Jh. siedelte sich in L. Industrie an, u.a. 1893 eine Gipsmühle, 1900 eine Zigarrenfabrik, 1906 eine Uhrenfabrik, 1911 eine Zuckermühle und 1919 eine Zementwarenfabrik, und bot neben der Landwirtschaft und der eher schwach vertretenen Posamenterei Arbeitsplätze. Nach dem 2. Weltkrieg nahmen die Landwirtschaft und die lokale Industrie an Bedeutung ab. L. entwickelte sich zu einem Pendlerdorf.

<b>Läufelfingen</b><br>Ansicht des Kirchweilers und des Schlosses Neu-Homberg. Lavierte Federzeichnung von   Emanuel Büchel,  1758 (Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Falk. Fb 12, 11).<BR/>Der aus der reformierten Kirche, dem Friedhof, dem Pfarr- und dem Sigristenhaus bestehende Komplex wird vom Schloss Homburg (oder Neu-Homberg) dominiert. Der Weiler befindet sich nördlich des Dorfes Läufelfingen, das auf dem Bild nicht zu sehen ist. Im Hintergrund ist das Dorf Känerkinden (B) zu erkennen. Die Zeichnung von Emanuel Büchel diente David Herrliberger als Grundlage für seinen Stich in der "Topographie der Eydgnoßschaft".<BR/><BR/>
Ansicht des Kirchweilers und des Schlosses Neu-Homberg. Lavierte Federzeichnung von Emanuel Büchel, 1758 (Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Falk. Fb 12, 11).
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Literatur
– K. Gauss, Aus der Gesch. L.s, 1908, (UBB)
Kdm BL 3, 1986, 118-138
– M. Meier, Die Industrialisierung im Kt. Basel-Landschaft, 1997
Basellandschaftl. Ztg. 21.8.2002

Autorin/Autor: Antonia Schmidlin