Heiligkreuz (LU)

Eremitenniederlassung in der polit. Gem. Hasle LU. Auf der im Hochwald gelegenen Hochebene Witenbach (1127 m) am östl. Talhang des Entlebuchs gründete spätestens 1344 Johann von Aarwangen eine Brüdergemeinschaft, die etwa 20 Jahre blühte, nach einer inneren Krise 1367 an Attraktivität verlor und 1469 ganz einging. Sie wird mit oberdt. Mystikerkreisen in Verbindung gebracht. Unterstellt war die Gemeinschaft dem Zisterzienserkloster St. Urban. Die Brüder errichteten eine Hofstatt. Die Gesamtherrschaft Wolhusen, die nun hauptsächlich in österr. Hand war, gab 1344-47 die Hofstatt frei und erlaubte eine eng begrenzte Rodung. Der Bf. von Konstanz regelte 1347 für die "devoti in Christo fratres seu heremitae degentes in nemore Witenbach" das Verhältnis zur Pfarrei Hasle. Vorsteher war der Meister, dem ein Pfleger und ein Bote zur Seite standen. Gf. Imer von Strassberg und seine Gemahlin Margarethe, Freifrau von Wolhusen, legten die Zahl der Brüder 1345 auf sieben fest. Bruder Burin, der Bote, trieb Handel bis ins Elsass, was nach einem Streit unter den Brüdern 1367 verboten wurde. Dann wurde es still um die schrumpfende Gemeinschaft. Das Verhältnis der Talleute zu den Brüdern war nicht von Anfang an klar. Das Land Entlebuch übernahm aber im 15. Jh. immer mehr die Rolle des Beschützers und machte den geistl. Ort zu seinem Landesheiligtum, wo sich z.B. 1653 die Aufständischen des Bauernkriegs versammelten. Das Dotationsgut, das nicht St. Urban zustand, verwaltet bis heute eine Pflegschaft, die von allen Talpfarreien getragen wird. 1480 erscheint erstmals der Name H. Nach 1653 besorgten Kapuziner von Schüpfheim die Wallfahrtsseelsorge abwechselnd mit den Jesuiten von Luzern, ab 1753 allein. Die Kirche wurde 1588 neu gebaut, mit z.T. noch erhaltenen Fresken ausgemalt, 1753-54 durch Baumeister Jakob Singer barockisiert und um das Beichthaus sowie den Turm erweitert. Die Siedlung umfasste um 1800 u.a. ein Hospiz (1753), ein Wirtshaus (1753) und einen Bauernhof (1589). Seit 1889 besitzen die Ingenbohler Schwestern in H. ein Schwesternerholungsheim.


Literatur
Kdm LU NF 1, 1987, 206-220
HS IX/2

Autorin/Autor: Fritz Glauser