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Pulver, Max

geboren 6.12.1889 Bern, gestorben 13.6.1952 Zürich, ref., von Bern. Sohn des Adolf Albert Friedrich, Apothekers, und der Fanny Martha geb. Leuenberger. ∞ 1912 Berta Fehlmann, aus den Niederlanden. Stud. der Geschichte, Psychologie und Philosophie in Strassburg, Leipzig und Freiburg i.Br., dort 1911 Dr. phil. I. 1914-18 Assistent am Philosoph. Seminar der Univ. München (ab 1915 beim Phänomenologen Moritz Geiger). Literar. Debüt mit der Gedichtsammlung "Selbstbegegnung" (1916) und dem Drama "Alexander der Grosse" (1917). Die Niederschlagung der Münchner Räterepublik im Mai 1918 und die Begegnung mit Franz Werfel führten P. zum Expressionismus, in dessen Tradition die Komödie "Das grosse Rad" (1921) steht. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1924 lebte P. in Zürich. 1925 erschienen in Prosa "Arab. Lesestücke" und 1927 sein Hauptwerk, der Roman "Himmelpfortgasse" (Neuausgaben 1980 und 1990), eine ekstat. Liebesgeschichte im Wiener Kokainmilieu. Nach 1930 verstummte er als Schriftsteller bis auf konventionelle Lyrik ("Übergang" 1946) fast ganz. Hauptberuflich war P. ab 1918 erfolgreicher Grafologe. Mit seinen theoret. Schriften wie der mehrfach übersetzten "Symbolik der Handschrift" (1930, 81981) oder "Person, Charakter, Schicksal" (1944) sowie der Gründung der Schweizerischen Grapholog. Gesellschaft 1950 bemühte er sich um eine Verankerung der Disziplin als seriöse Wissenschaft.


Werke
Erinnerungen an eine europ. Zeit, 1953, (Autobiografisches, postum)
Literatur
– J. Haltmar, Max P. und sein Roman Himmelpfortgasse, 1979

Autorin/Autor: Charles Linsmayer