17/04/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Buus

Polit. Gem. BL, Bez. Sissach, in einer Mulde am Nordfuss des Farnsbergs gelegenes Haufendorf. 1273 Bus. 1497 57 Einw.; 1699 360; 1774 385; 1837 590; 1850 613; 1900 611; 1920 725; 1950 676; 1970 666; 1990 731; 2000 909. Prähist. Funde auf der Buuseregg, Verhüttungsplatz für Eisenerz auf der Erzmatt, röm. Gutshof auf Breitfeld, frühma. Platten- und Steinkistengräber. Inhaber des Hochgerichts waren im HochMA die Gf. von Lenzburg als Kastvögte des Stifts Beromünster, später die Frohburger, ab 1323 die Gf. von Habsburg-Laufenburg, 1372 die Thiersteiner und von 1461 an die Stadt Basel (Amt Farnsburg). B. gehörte 1798-1803 zum helvet. Distrikt Gelterkinden, kam 1814 zum Bez. Liestal und mit der Gründung des Halbkt. Basel-Landschaft 1832 zum Bez. Sissach. Die 1273 erw. Michaelskirche gehörte zu einem Hof, der mit dem Patronatsrecht im 14. Jh. an das Deutschordenshaus Beuggen kam und bis 1805 dort blieb. Bis zur Reformation (1529) war B. kirchlich mit Hemmiken und Ormalingen vereinigt, 1535-1939 mit Maisprach. Im Reb- und Ackerbauerndorf (zahlreiche Einzelhöfe) wurde im 18. Jh. Gipsabbau und bis ins frühe 20. Jh. Posamenterei (1908 61 Webstühle) betrieben. Der Weinbau ist bereits 1274 urkundlich bezeugt, die Mühle 1459 erwähnt. Am Südrand steht das letzte, z.T. erhaltene Ständerhaus des Kantons (Bauernmuseum). In jüngster Zeit sind an den Dorfrändern Einfamilienhausquartiere (v.a. Pendler) entstanden.


Literatur
Kdm BL 3, 1986, 26-45

Autorin/Autor: Hans-Rudolf Heyer