Feldbach

Ehem. Zisterzienserinnenabtei, Gem. Steckborn TG. Bis 1814 Diözese Konstanz, seit 1828 Basel. Vaterabt war ab 1260/62 der Abt von Salem, ab 1603 der Abt von Wettingen. Das 1253/54 gegr., 1256 als monasterium in Velpach erw. Kloster wurde 1848 aufgehoben.

Eine nichtregulierte Schwesterngemeinschaft in ponte in Konstanz kaufte 1252 von Kuno von F. mit Zustimmung seiner Lehensherren von Klingen die am Untersee gelegene Burg F. mit Patronatsrecht und Widum der Kapelle. Die Frauen übersiedelten 1253/54 nach der bischöfl. Erlaubnis zur Klostergründung; 1260/62 wurde F. dem Zisterzienserorden inkorporiert. Begünstigt durch die Frh. von Klingen und die Klingenberger, kam das Kloster früh zur Blüte, durch Zukäufe und Stiftungen zu ansehnl. Besitz in seiner Umgebung. 1282 gingen Vogtei und Kirchensatz von Hemmenhofen (Baden, D) an F. über. Das Kloster gehörte nach dem Aufbau einer geschlossenen Niedergerichtsbarkeit dem thurg. Gerichtsherrenstand an. Die Schirmhoheit der Landgrafschaft Thurgau ging 1460 an die eidg. Orte über. Ein 1327 verliehener Ablassbrief hängt wohl mit dem Bau der frühgot. Klosterkirche zusammen. Die Konventualinnen stammten im MA aus bürgerl. Fam., v.a. aus Konstanz, und aus dem niederen Adel der Bodenseegegend. Bis 1333 sind Konversen belegt. In der Reformationszeit blieben Äbtissin Barbara und ca. der halbe Konvent beim alten Glauben. 1549 setzten die kath. Orte die bisherige Priorin von Magdenau, Afra Schmid, als Äbtissin des hoch verschuldeten, schlecht verwalteten und zeitweise leerstehenden Klosters ein. Sie ordnete die Verwaltung und erneuerte durch Aufnahme und Schulung junger Frauen das klösterl. Leben mit feierl. Chorgebet und gemeinsamer Lebensweise. Die Reform wurde im 17. Jh. fortgesetzt. Die Mehrzahl der Konventualinnen (1720 22 Chorfrauen, 8 Laienschwestern) stammte aus dem Thurgau, den kath. Orten, Schwaben und Tirol.

1764 wurde die Klosterkirche renoviert. 1848 zogen Äbtissin und Konvent nach Tänikon, 1853 nach Mammern, 1861-64 nach Mariastern-Gwiggen (Vorarlberg). Die Klostergebäude gingen an die Gem. Steckborn über. Sie dienten ab 1865 industriellen Zwecken und brannten 1895 mit Ausnahme des sog. Altklosters am See und einigen Nebengebäuden ab.


Literatur
HS III/3, 634-664
Zisterzienserbauten in der Schweiz 1, 1990, 83-110
Kdm TG 6, 2001, 383-403

Autorin/Autor: Maria Marcella Kugler