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Meister, Jakob Heinrich

geboren 6.8.1744 Bückeburg (Schaumburg-Lippe),gestorben 10.11.1826 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Johann Heinrich, Pfarrers, und einer Hugenottin. ∞ 1806 Ursula Schulthess, Witwe des Johannes Bürkli. 1763 Ordination in Zürich. 1764 in Genf Bekanntschaft mit Voltaire. 1769 Aberkennung der geistl. Würde (Deismusvorwurf) wegen seiner Schrift "De l'origine des principes religieux" (1768). 1769-92 in Paris, Kontakt mit den Enzyklopädisten, ab 1773 Redaktor der "Correspondance littéraire, philosophique et critique". 1792 Flucht nach England. 1794 Rückkehr nach Zürich, dort bis 1813 Weiterführung der "Correspondance littéraire". Ab 1798 Einsatz für die Interessen der Schweiz bei einflussreichen Freunden in Paris. 1803 Ernennung zum Präs. der Regierungskomm. für die Einführung der Mediationsakte im Kt. Zürich durch Napoleon Bonaparte. 1803-26 Zürcher Grossrat. Unter dem Namen Jacques-Henri M. schrieb M. ausschliesslich französisch, u.a. Reiseberichte, Erzählungen, Lyrik, Essays, Übersetzungen (z.B. Salomon Gessners "Idyllen" 1777).


Literatur
– G. Muraro-Ganz, Frankreichs Weg zur Revolution, 1977
– M. Moog-Grünewald, Jakob Heinrich M. und die "correspondance littéraire", 1989
– S.G. Schmid, «Ein Küsnachter Pfarrerssohn im Dienst Napoleon Bonapartes», in Küsnachter Jahrh. 44, 2004, 61-74

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach