• <b>Hugo Marti</b><br>Der Schriftsteller beim Lesen. Kaltnadelradierung, signiert und datiert von  Fritz Pauli,  1939 (Schweizerische Nationalbibliothek).

No 13

Marti, Hugo

geboren 23.12.1893 Basel, gestorben 20.4.1937 Davos, ref., von Aarwangen. Sohn des Emil, Direktors der Basellandschaftl. Kantonalbank, später der Schweiz. Nationalbank in Bern, und der Emma geb. Brüderlin. Neffe des Karl ( -> 19). ∞ 1922 Elsa Lexow-Breck, Pfarrerstochter aus Norwegen. Stud. der Jurisprudenz 1912 in Bern und 1913-14 in Berlin und Königsberg, 1915-16 Hauslehrer in Rumänien, 1917-19 mit Zöglingen kriegsbedingt in Norwegen blockiert, dann Stud. der Germanistik und Romanistik an der Univ. Bern, 1921 Promotion mit einer Dissertation über die Sprache des Zivilgesetzbuchs. Ab 1922 Feuilletonredaktor des "Bunds", nebenamtlich in zahlreichen kulturellen Organisationen tätig. M. machte sich einen Namen als brillanter Essayist und Satiriker sowie als Förderer junger Schriftsteller. Eine Kolumnensammlung erschien 1925 unter dem Titel "Die Notizblätter von Bepp". Sein literar. Werk, das zu seinen Lebzeiten nur wenig Furore machte, wuchs aus der Erfahrung fremder Landschaften heraus und umfasst neben einem Drama ("Die Herberge am Fluss" 1931) und einer Lyriksammlung ("Der Kelch" 1925) v.a. Erzählungen. "Das Kirchlein zu den sieben Wundern" (1922) setzt den Basler Raum legendenhaft um, "Das Haus am Haff" (1922) gilt dem Erlebnis Ostpreussen, die Novellen "Rumänische Mädchen" (1928) spiegeln das Leben des Hauslehrers in den Karpaten, das Epos "Balder" (1923) und "Ein Jahresring" (1925) sind dichter. Verarbeitungen des Norwegen-Erlebnisses, seine Kinder- und Jugendzeit hat er in "Eine Kindheit" (1936) festgehalten. Das "Davoser Stundenbuch" (1935), das von der zeitgenöss. Kritik als "Zauberberg in einer Nuss" gefeiert wurde, spiegelt die Welt der Bündner Tuberkulosesanatorien, die M. ab 1928 aus eigener Erfahrung kannte und der er nicht mehr entrann.

<b>Hugo Marti</b><br>Der Schriftsteller beim Lesen. Kaltnadelradierung, signiert und datiert von  Fritz Pauli,  1939 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/><BR/>
Der Schriftsteller beim Lesen. Kaltnadelradierung, signiert und datiert von Fritz Pauli, 1939 (Schweizerische Nationalbibliothek).
(...)


Archive
– Nachlässe und Dok.: Dichter- und Stadtmuseum Liestal
– SLA, Nachlass
Literatur
– C. Günther, Hugo M., 1938
– H. Marti, "Die Tage sind mir wie ein Traum": das erzähler. Werk, hg. von C. Linsmayer, 2004, 483-583

Autorin/Autor: Charles Linsmayer