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Loosli, Carl Albert

geboren 5.4.1877 Schüpfen, gestorben 22.5.1959 Bümpliz (heute Gem. Bern), von Sumiswald. Unehel. Sohn der Sophie Emma, Heimarbeiterin, und des (Vorname unbekannt) Bonnacio, Italieners. ∞ 1903 Ida Rosa Schneider. Ab 1889 Insasse versch. Anstalten, ohne Lehrabschluss. 1893 nach autodidakt. Bildung Reporter in Paris. Ab 1904 freier Schriftsteller und Publizist in Bümpliz. L., der auch unter den Pseudonymen Carl Trebla, Peter Schöps und Peter Lämmergeier tätig war, kämpfte als reger Nonkonformist sozialkritisch und politisch u.a. gegen die schweiz. Selbstgenügsamkeit ("Schweiz. Zukunftspflichten" 1915), Verwahranstalten ("Anstaltsleben" 1924) und den aufkommenden Antisemitismus ("Die Juden und wir" 1930). Er wirkte als Kunstkritiker, bedeutender Hodlerbiograf und -forscher ("Ferdinand Hodler" 1921-24, 4 Bde.), Dichter in Emmentaler Mundart ("Mys Dörfli" 1910) und Schriftsteller ("Die Schattmattbauern" 1932). 1908 Zentralsekr. der Gesellschaft Schweizer Maler, Bildhauer und Architekten. 1912 Mitbegründer und erster Präs. des Schweiz. Schriftstellervereins.


Werke
Werke, hg. von F. Lerch, E. Marti, 2006-
Archive
– SLA, Nachlass
Literatur
– Killy, Literaturlex. 7, 344 f.
– E. Marti, Carl Albert L. 1877-1959, 2 Bde., 1996-99

Autorin/Autor: Franziska Meister