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Lasker-Schüler, Else

geboren 11.2.1869 Elberfeld (heute Wuppertal),gestorben 22.1.1945 Jerusalem, isr., Deutsche (1938 ausgebürgert). Tochter des Aron Schüler, Handelsangestellten, und der Jeannette geb. Kissing. ∞ 1) Berthold Lasker, Arzt, 2) Georg Levin (Pseudonym Herwarth Walden), expressionist. Schriftsteller, Redakteur und Verleger (1912 Scheidung). Mit ihrer ersten Gedichtsammlung "Styx" (1902) wurde L. zu einer bekannten expressionist. Lyrikerin, Dramatikerin, Erzählerin, Zeichnerin und gefeierten Muse der Künstlerbohème (Freundin von Peter Hille, Gottfried Benn, Franz Marc, Karl Kraus). Zwischen 1917 und 1927 hielt sie sich für Dada-Soireen, Lesungen, Urlaube und Sanatoriumsbesuche bei Sohn Paul (gestorben 1927) so häufig in Zürich, Locarno, Lugano, Ascona und Davos auf, dass sie von der Fremden- und Heerespolizei observiert wurde. 1933 floh sie vor den Nationalsozialisten und lebte bis 1939 in Zürich und Ascona. Die unter Erwerbsverbot und ständig kürzeren Ausweisungsverfügungen stehende L. konnte dank der Hilfe beherzter Schweizer 1936 das Schauspiel "Arthur Aronymus" im Zürcher Schauspielhaus zur Uraufführung bringen und 1937 "Das Hebräerland" im Oprecht-Verlag veröffentlichen. Unter Ausreisezwang unternahm sie drei Palästinafahrten, von deren letzten sie wegen des Kriegsausbruchs nicht mehr zurückkam. 1932 erhielt sie den Kleist-Preis.


Literatur
– E. Klüsener, Else L., 1980, (102002)
– S. Bauschinger, Else L., 2004

Autorin/Autor: Hans-Jürgen Schrader