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Kuchimeister, Christian

St. Galler Bürger der 1. Hälfte des 14. Jh., der wohl einem äbt. Dienstleute- und Ammännergeschlecht angehörte. In der Fortsetzung des vom Mönch Ratpert um 890 begonnenen Geschichtswerks über das Kloster St. Gallen verfasste K. 1335 die "Nüwe Casus Monasterii Sancti Galli", eines der ersten bedeutenden Prosageschichtswerke in dt. Sprache. Sie beschreiben, historisch zuverlässig, die Zeit von 1228 bis 1329. K. war gut unterrichtet, unterhielt enge Beziehungen zur Abtei und berichtete ab etwa 1300 als Augenzeuge. Mit einer knappen, anschaul. Erzählweise fesselt er den Leser und Hörer. Das Werk bildet eine der wichtigsten Quellen für die Geschichte des 13. und 14. Jh. im Bodenseeraum, wurde von Ulrich Rösch benützt und gelangte über Vadian in die grossen schweizergeschichtl. Darstellungen.


Literatur
– E. Nyffenegger, Cristân der Kuchimaister: Nüwe Casus Monasterii Sancti Galli. Edition und sprachgeschichtl. Einordnung, 1974
VL 5, 400-406
Repertorium fontium historiae medii aevi 6, 1990, 656

Autorin/Autor: Ernst Tremp