04/12/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Leuggern (Kommende)

Johanniterkommende in der Gem. Leuggern. 1231 besassen die Johanniter die Pfarrkirche L. und weitere Güter, die ihnen Gf. Rudolf von Habsburg (Laufenburg) und 1239 Ulrich von Klingen erfolglos streitig machten. Deren Verwaltung erfolgte zunächst von Bubikon aus, ab 1251, nach dem Bau eines Konventhauses, durch einen in L. residierenden Vorsteher. 1257 sind sieben Ordensbrüder bezeugt. 1268 verlegte der Komtur seinen Sitz in die Kommende von Klingnau und verwaltete die Doppelkommende bis 1415 von dort aus. Dann wurde L. wieder grund- und gerichtsherrl. Mittelpunkt der vereinigten Kommenden und zählte zu den bestdotierten Ordensbesitzungen in Oberdeutschland. Die Grosspriore zogen daher diese Häuser an sich und machten sie zu Kameralgütern. In administrativer Hinsicht bildeten die beiden Niederlassungen eine Einheit; jede besass aber ihren eigenen Prior, da L. in der Diözese Basel, Klingnau in der Diözese Konstanz gelegen war. Die Eroberung des Aargaus brachte 1415 die beiden Ordenshäuser unter die Kastvogtei der acht alten Orte. Zu den bedeutenden Komturen in L. zählt der Luzerner Franz von Sonnenberg, dessen Wappentafel von 1678 das 1592 erbaute Torhaus der Kommende ziert. L. blieb bis 1806 im Besitz des Ordens. Dann ging die Kollatur an den Kt. Aargau über, der die Güter von L. verstaatlichte. Die Kommendengebäude kamen 1819 in Privatbesitz und dienten ab 1895 einem Alters- und Krankenasyl, aus dem das 1897 eröffnete Bezirksspital hervorging. Ein Visitationsbericht von 1495 schildert L. als burgartiges Gebäude auf einer Anhöhe. 1853 wurde die den Hl. Peter und Paul geweihte Ordenskirche durch einen neugot. Bau ersetzt.


Archive
– StAAG
Literatur
– H.J. Welti, «Aus der Gesch. der Kommende L.», in Jahrh. der Ritterhausges. Bubikon 28, 1964, 13-20
HS IV/7, 339-382

Autorin/Autor: Peter Ziegler