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Pfeffingen (Gemeinde)

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Polit. Gem. BL, Bez. Arlesheim. Ehem. Bachzeilendorf auf der Terrasse eines östl. Ausläufers der Blauenkette am Weg über den einst wichtigen Plattenpass. 1156 Fefingen. 1771 47 Häuser; 1820 250 Einw.; 1850 270; 1900 347; 1950 429; 2000 2'027. Zahlreiche paläolith., neolith. und bronzezeitl. Funde sowie Reste von Schnurkeramik in der Schalberghöhle deuten auf eine frühe Besiedlung des Gebiets um P., v.a. im Gebiet der Chlus, hin. Im MA entstanden um P. versch. Burgen, um die Mitte des 13. Jh. die von den Schalern als Eigengut erbaute Burg Schalberg, die vermutlich ebenfalls von den Schalern im 13. Jh. erbaute Burg Engenstein, die um die Mitte des 13. Jh. von den Münch erbaute Burg Münchsberg und die Burg P. Das mehrmals verwüstete Dorf gehörte zur Herrschaft P., die um 1000 als Schenkung Heinrichs II. zum Basler Domstift kam und Mitte des 12. Jh. als bischöfl. Lehen an die Gf. von Thierstein-P. ging. Nach deren Aussterben 1519 fielen Herrschaft und Burg P. 1522 an den Bf. von Basel. Fortan verwaltete dort ein Landvogt die Herrschaft P., zu der die Dörfer P., Aesch, Duggingen und Grellingen sowie das Blutgericht in Therwil und die hohe Gerichtsbarkeit in P. und Reinach gehörten. Der Pfeffinger Vogt hatte das Salzmonopol in der Vogtei inne. Die Bedeutung des Dorfs sank, als der Landvogteisitz wegen der Baufälligkeit des Schlosses 1702 nach Aesch verlegt wurde.

P. bildete das kirchl. Zentrum des Birsecks mit Kollatur beim Basler Bischof; seiner Pfarrkirche waren Aesch (bis 1803), Duggingen und Grellingen (bis 1841/42), Himmelried, Nenzlingen sowie Reinach (bis 1511) unterstellt. Die 1322 erw. Kirche mit Martinspatrozinium geht auf Vorgängerbauten aus dem 7.-8. Jh. und dem 12. Jh. zurück. Der bestehende Bau wurde vor 1343 begonnen, im 17. Jh. umgebaut, 1949-54 restauriert. Obwohl P. kein Burgrecht mit Basel einging, nahm es um 1527 den ref. Glauben an und wurde 1588 nach einem missglückten Versuch von 1582 vom Bischof rekatholisiert.

Nach dem Ende der fürstbischöfl. Herrschaft 1792 und dem Zusammenbruch der kurzlebigen Raurach. Republik kam P. zu Frankreich, gehörte 1793-1800 zum Dep. Mont Terrible, 1800-1815 zum Dep. Haut Rhin. 1815 wurde die Herrschaft P. geteilt: Aesch und P. kamen zum Kt. Basel, bei der Kantonsteilung 1832 zum Kt. Basel-Landschaft; Duggingen und Grellingen kamen zum Kt. Bern (seit 1994 Kt. Basel-Landschaft). Im 20. Jh. wurden infrastrukturelle Aufgaben v.a. im Verbund mit Aesch gelöst: 1919 Kreissekundarschule Aesch-P., 1967 Alters- und Pflegeheim Aesch-P., 1978 regionale Wasserversorgung Aesch-Dornach-P., 1986 Busverbindung mit Aesch und Dornach. Lange war P. ein Bauern- und Weinbauerndorf. 1964 schloss die Milchgenossenschaft P.; zu den wenigen Bauernbetrieben am Ende des 20. Jh. gehören die ehem. Versuchs- und Musterbetriebe der Basler chem. Industrie. Seit 1960 erlebt P. v.a. aufgrund der Lage am Blauenhang und guter Verkehrsverbindungen ein starkes Bevölkerungswachstum und eine rege Bautätigkeit (1964 Ortsplanung Quartier Bergmattweg), wofür ehem. Rebland erschlossen wurde.


Literatur
– A. Müller, Beiträge zur Gesch. der Kirchgem. P., 1971
– G. Lüscher, «P. BL: Schalberg», in ArS 10, 1987, 26 f.
– R. Gilliéron, Heimatkunde von P., 1989

Autorin/Autor: Brigitta Strub