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Bottmingen

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Polit. Gem. BL, Bez. Arlesheim, am Unterlauf des Birsigs, mit neuem Quartier beim Bruderholz. Bis 1837 mit Binningen vereinigt, wurde B. im Laufe des 19. Jh. in die Agglomeration Basel eingebunden. 1246 Bothmingen. 1699 201 Einw.; 1774 210; 1850 438; 1900 851; 1950 1'411; 1960 2'498; 1990 5'534; 2000 5'508.

Vermutlich neolith. Siedlungsspuren (Bandkeramikkultur) wurden an der Bäumliackerstrasse entdeckt. Seit dem 11. Jh. gehörte B. zusammen mit Binningen dem Bf. von Basel. 1534 erwarb die Stadt Basel das Dorf pfandweise, 1585 endgültig (Amt Münchenstein). Als Teil des Grossbasler Banns unterstanden B. und Binningen bei Marchstreitigkeiten dem Grossbasler Gescheid (Markgericht). Das Weiherschloss in der Birsigniederung, einziges im Halbkanton mit erhaltenem Gewässer, entstand vermutlich in der 2. Hälfte des 13. Jh. auf Eigengut. Es verfügte über keine herrschaftl. Rechte im Dorf, als dessen älteste Besitzer 1363 die Kämmerer bezeugt sind. Im 18. Jh. erfuhr das Schloss eine barocke Umgestaltung. Zusammen mit Binningen und Gundeldingen (Gem. Basel) bildete B. die Pfarrei St. Margarethen, welche im 14. Jh. der Kirche St. Ulrich in Basel, 1529-1708 der Basler St. Elisabethenkirche unterstellt war. Seither bilden B. und Binningen eine ref. Kirchgem., seit 1896 auch eine röm.-kath. Pfarrei. Vor der polit. Trennung hatten B. und Binningen bereits 1737 den Weidgang und 1807 das Vermögen getrennt. 1756 erhielt B. überdies eine eigene Schule. Die Einwohner beschäftigten sich v.a. mit Acker- und Weinbau; um 1900 kam Gemüsebau im Talgrund dazu. Die 1887 eröffnete Birsigtalbahn förderte nicht die industrielle Entwicklung, sondern die wirtschaftl. Ausrichtung nach Basel (1990 88% Wegpendler) und die Entwicklung B.s zur bevorzugten Wohngemeinde höherer Steuerklassen. Seit 1955 teilt B. mit Binningen und Oberwil ein Gartenbad. 1978 wurde ein Dorfmuseum eröffnet.


Literatur
Kdm BL 1, 1969, 247-267
– R. Nebiker, B. und Binningen, 1987
Heimatkunde von B., 1996

Autorin/Autor: Brigitta Strub