Sankt Michael in der Insel

Dominikanerinnenkloster in der Stadt Bern. Diözese Lausanne, Ordensprovinz Teutonia. Patrozinium: Maria, Michael. 1285 in Brunnadern bei Bern durch Mechtild von Seedorf gestiftet, wurde der Konvent 1294 in den Dominikanerorden inkorporiert und auf eine Aareinsel unterhalb des Predigerklosters verlegt (Marienthal/Inselkloster). Nach einer Brandstiftung 1295 zogen die Schwestern zunächst in ein Haus in der Neuenstadt, 1327 auf den ehem. Judenfriedhof (heute Bundeshaus Ost). Bis 1439 gelang es jedoch nicht, ein geschlossenes Kloster aufzubauen; eine religiöse Existenz war nur im Rahmen eines Beginenhauses möglich. Nach langwierigen Bauarbeiten wurde 1401 die Klosterkirche St. Michael geweiht, bereits beim Stadtbrand von 1405 jedoch vollständig zerstört. Die Einweihung der neuen Kirche erfolgte 1408, um 1440 war der Klosterbau vollendet. Mit Unterstützung des Berner Rats führte man von Basel aus (St. Maria Magdalena an den Steinen) 1439 die Ordensreform (Observanz) ein. In der Folge erlebte der Konvent, der Töchter aus führenden Fam. Berns aufnahm, eine bescheidene geistige und wirtschaftl. Blüte. Nach der Säkularisation 1528 gingen Klostergut und Name (Insel) auf das Seilerspital über, das 1531 in die ehem. Konventsgebäude einzog.


Literatur
– G. Studer, «Zur Gesch. des Insel-Klosters», in AHVB 4, 1858-60, H. 1, 1-48; H. 2, 1-56,
Kdm BE Stadt 1, 1952
Berns grosse Zeit, hg. von E.J. Beer et al., 1999, 482-489
HS IV/5, 610-630

Autorin/Autor: Claudia Engler