Bevaix (Kloster)

Cluniazenserpriorat, Bistum Lausanne, dem hl. Petrus, später dem hl. Stefan geweiht, etwa 1 km südöstlich des Dorfes B. 998 von einem Edlen namens Rudolf gestiftet, der wohl dem Umfeld Kg. Rudolfs III. von Burgund zuzuweisen ist, wurde es mit Gütern ausgestattet, die etwa dem Gebiet der heutigen Gemeinde B. entsprechen, zudem mit Eigenleuten sowie versch. Rechten in Brot-Dessous und Saint-Martin (Chézard-Saint-Martin). Das ursprünglich der Abtei Cluny übertragene B. wurde 1139 dem Kloster Romainmôtier unterstellt. Die Vogtei, die nach dem Willen des Stifters seinen Nachfahren zukommen sollte, lag im 13. Jh. in den Händen der Herren von Gorgier, von Colombier (NE) und des Priors. Schirmherr war der Gf. von Neuenburg. Zu Beginn des 15. Jh. lebten keine Mönche mehr im Kloster; die Gebäude waren schlecht unterhalten und die Kirche war vom Zerfall bedroht. Die Einführung der Reformation veranlasste den letzten Prior, das Kloster zu verlassen. Seine Rechte gingen 1541 an den Herrn von Colombier über, später an Neuenburg. An der Stelle der ehemaligen Klostergebäude steht heute ein Gehöft.


Literatur
HS III/2, 567-577
– J. Bujard, «Aperçu des découvertes archéologiques anciennes et récentes dans les églises neuchâteloises», in RHN, 1998, 241-245
– A. Combes, «Du nouveau à propos des terres du prieuré de B.», in RHN, 1998, 211-218
– J.-D. Morerod, «La fondation de B. et les débuts de l'histoire neuchâteloise», in RHN, 1998, 193-210

Autorin/Autor: Germain Hausmann / AA