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Meltingen

Polit. Gem. SO, Bez. Thierstein, am oberen Ibach gelegenes Zeilendorf mit besiedeltem Kirchhügel. 1302 Meltingen. 1739 252 Einw.; 1798 186; 1850 411; 1900 363; 1950 538; 2000 603. M. gehörte zur Herrschaft Gilgenberg der Frh. von Ramstein, ging 1527 samt Kirchensatz, der niederen und höheren Gerichtsbarkeit an Solothurn, das die Vogtei Gilgenberg einrichtete. 1798 kam M. zum helvet. Distrikt Büsserach, der die ehem. Vogteien Dorneck, Thierstein und Gilgenberg umfasste, und gehört seit 1803 zum Bez. Thierstein. Die Kirche, bereits 1302 genannt, war 1375-1438 Filiale von Laufen, vorher und ab 1527 war M. nach Oberkirch pfarrgenössig und seit 1648 selbstständige Pfarrei. Die heutige Pfarrkirche, deren Chor in den Anfang des 16. Jh. zurückgeht, soll von Hans Imer von Gilgenberg und seiner Frau Agatha von Breitenlandenberg im Gedenken an den Fund eines Marienbilds in Auftrag gegeben worden sein. Sie wurde zur Wallfahrtskirche Maria im Hag. Wegen des grossen Zulaufs wurde 1727-30 das Kirchenschiff erweitert. Die Kirche hat eine reiche Ausstattung: Gnadenbild (Ende 14. Jh.), Vesperbild (um 1540), Glasscheiben (Mitte 15. Jh. und 1519). Das schon um die Mitte des 15. Jh. bezeugte Bad wurde vom 18. bis Mitte 19. Jh. v.a. von Basel aus viel besucht. Das Dorf war lange bäuerlich geprägt, erst in neuerer Zeit mehrten sich kleinere Unternehmen. Die 1915 gegr. Mineralwasser AG Bad Meltingen, seit 1970 Teil der Sibra-Holding, produzierte in M. bis 1988 ein eigenes Mineralwasser und existierte noch bis 1990 bzw. 1995 als Getränkehandelsfirma. Aufgrund des verbesserten Verkehrsanschlusses an die Agglomeration Basel wuchs v.a. die Zahl der Wegpendler. 2000 stellte der 1. Sektor noch gut ein Viertel der Arbeitsplätze in M.


Literatur
– H. Sigrist, «Vom alten Meltinger Bad», in Jurabl. 17, 1955, 129-144
Kdm SO 3, 1957, 216-228
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 467-469

Autorin/Autor: Lukas Schenker