• <b>Kurt Früh</b><br>Fotogramm aus dem 1957 gedrehten Film "Bäckerei Zürrer" (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten). Bäcker Zürrers jüngster Sohn, gespielt von Peter Brogle (rechts), findet Zuflucht bei einer italienischen Einwandererfamilie (von rechts nach links: Ettore Cella, Ursula Kopp und Maria Rezzonico), die in der Zürcher Langstrasse einen Gemüseladen betreibt. Dieser Dialektfilm erzielte beim Publikum einen durchschlagenden Erfolg. Er erhielt 1957 den Preis der Stadt Zürich und konnte in alle europäischen Länder sowie nach Nordafrika und Japan verkauft werden.

No 3

Früh, Kurt

geboren 12.4.1915 St. Gallen, gestorben 24.3.1979 Boswil, ref., von Ganterschwil. Sohn des Huldreich, Postbeamten, und der Theres geb. Bscheidl. Bruder des Huldreich Georg ( -> 1). ∞ Eva Langraf, Schauspielerin. 1926 übersiedelte die Fam. nach Zürich, wo F. die Matura absolvierte und ein Sprach- und Musikstudium an der Univ. Zürich begann. Ab 1933 war er Leiter, Autor und Regisseur an der von Bertolt Brecht beeinflussten Volksbühne Zürich. Zudem arbeitete er als Chansonredaktor für die Kabaretts Cornichon, Pfeffermühle und Bärentatze, welches er 1936 in Bern mitbegründet hatte. Ab diesem Jahr drehte er, teils in Zusammenarbeit mit Hans Richter, Kurz- und Werbefilme für die Central Film Zürich. Daneben war er ab 1940 Montagechef für die Schweizer Filmwochenschau. Nach versch. Inszenierungen von Theater- und Chorstücken (z.B. "Der neue Columbus" mit Albert Ehrismann, 1939) mit Musik seines Bruders Huldreich Georg assistierte F. 1949-53 bei den drei letzten Filmen von Leopold Lindtberg, bevor ihm 1955 mit "Polizischt Wäckerli" (in der Hauptrolle Schaggi Streuli) der Durchbruch als Spielfilmregisseur gelang. Mit dem Film "Bäckerei Zürrer" (mit Emil Hegetschweiler, 1957), der im Zürcher Langstrassenquartier unter Pennern, Säufern und Kleingewerblern spielte, festigte F. seine Stellung als Dialektfilmregisseur. Doch seine folgenden Filme (z.B. "Café Odéon" und "Hinter den sieben Gleisen", beide 1959) erreichten nicht mehr dieselbe Dichte. F. wandte sich vom Spielfilm ab und leitete 1964-67 das Ressort Theater am Schweizer Fernsehen, wo er zahlreiche Eigeninszenierungen realisierte. Als Lehrer der Filmklasse des Kunstgewerbemuseums Zürich fand er 1967-69 Anschluss an den Neuen Schweizer Film, zu dem seine beiden letzten Filme "Dällebach Kari" (1970) und "Der Fall" (1972) zählen.

<b>Kurt Früh</b><br>Fotogramm aus dem 1957 gedrehten Film "Bäckerei Zürrer" (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten).<BR/>Bäcker Zürrers jüngster Sohn, gespielt von Peter Brogle (rechts), findet Zuflucht bei einer italienischen Einwandererfamilie (von rechts nach links: Ettore Cella, Ursula Kopp und Maria Rezzonico), die in der Zürcher Langstrasse einen Gemüseladen betreibt. Dieser Dialektfilm erzielte beim Publikum einen durchschlagenden Erfolg. Er erhielt 1957 den Preis der Stadt Zürich und konnte in alle europäischen Länder sowie nach Nordafrika und Japan verkauft werden.<BR/>
Fotogramm aus dem 1957 gedrehten Film "Bäckerei Zürrer" (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten).
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Werke
Rückblenden, 1975
Literatur
– H. Dumont, Gesch. des Schweizer Films, 1987

Autorin/Autor: Felix Aeppli