17/10/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
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Ebel, Johann Gottfried

geboren 6.10.1764 Züllichau (Preussisch-Schlesien, heute Sulechow, Polen), gestorben 8.10.1830 Zürich, ref., Deutscher, 1796 Franzose, 1801 helvet. Bürgerrecht, nach 1803 von Zürich. Sohn eines Kaufmanns. E. studierte Medizin in Frankfurt an der Oder und promovierte 1789. 1790-92 hielt er sich in Zürich auf, 1792 veröffentlichte er den geologisch ausgerichteten, mehrfach aufgelegten und durchgesehenen Reiseführer "Anleitung, auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen", der u.a. Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" beeinflusste. Als Anhänger der Franz. Revolution reiste E. 1796 nach Paris, wo er sich auch mit polit. Reformen für die Schweiz beschäftigte, die er ab 1802 wiederholt besuchte. 1808 versuchte er mit dem Werk "Über den Bau der Erde in dem Alpen-Gebirge" als Erster eine eigentl. Synthese der Geologie der Alpen. Ab 1810 lebte er in Zürich bei der Fam. Escher-Gossweiler, wo er sich als Mitglied versch. gelehrter Gesellschaften auch mit Grenzgebieten der Naturwissenschaften beschäftigte, etwa mit der Anwendung der Wünschelrute oder mit dem tierischen Magnetismus. 1813 erschien seine Denkschrift "Abriss des polit. Zustandes des Schweiz". Der sich anbahnende Fremdenverkehr in der Schweiz geht auch auf E.s Reiseberichte zurück.


Archive
– StAZ, Nachlass
Literatur
– M. Brunner, Johann Gottfried E., 1976
– P. Faessler, Johann Gottfried E. als Reiseliterat, 1983
– T. Germann «Johann Gottfried E. und sein Panorama von der Albishochwacht», in Cartographica Helvetica, 1996, H. 13, 23-30
– C. Reichler, R. Ruffieux, Le voyage en Suisse, 1998, 637-655, (mit Auszügen aus dem Reiseführer der Schweiz)
– S. Franks et al., Aus der Frühzeit der alpinen Geologie, 2001

Autorin/Autor: Christoph Mörgeli