Walterswil (SO)

Polit. Gem. SO, Bez. Olten. Die am Südhang des Engelbergs gelegene Gem. umfasst die Dörfer W. und Rothacker sowie die auf Steckhöfe zurückgehenden Aussenhöfe Gulachen, Hennenbüel, Lischmatt und Höli. 1283 Walderswile. 1739 187 Einw., 1798 280; 1837 412; 1850 448; 1900 430; 1950 548; 2000 632. Überreste einer Erd- und Holzburg in Hennenbüel. W. gehörte zum Stiftsbez. Schönenwerd. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei den Kastvögten, d.h. zunächst bei den Habsburgern, die sie den Falkensteinern verliehen; erst später ging auch die niedere Gerichtsbarkeit vom Stift an die Kastvögte über. 1458 kam W. mit der Vogtei Gösgen an Solothurn und gehörte dort mit Gretzenbach, Däniken und Eppenberg-Wöschnau zum Gericht Schönenwerd. 1771 baute die Gem. ein eigenes Schulhaus. Ein Anschluss Grods an W. wurde 1818 von beiden Gem. abgelehnt. W. war nach Gretzenbach kirchgenössig. 1840 wurde es zur selbstständigen Pfarrei erhoben. 1275 wurde eine Kirche erwähnt, 1733 eine Kapelle gebaut und 1839 das heutige Gotteshaus St. Joseph in Rothacker errichtet. Die Reformierten von W. sind der Kirchgemeinde Olten zugeteilt, werden aber vom aarg. Safenwil aus betreut. 1837 arbeiteten 17 Weber im Dorf. Zu Beginn des 21. Jh. wies W. eine landwirtschaftl.-gewerbl. Berufsstruktur auf mit zahlreichen Wegpendlern in den Raum Zofingen, Olten und Aarau.


Literatur
– H. Sigrist, «Der Kauf der Herrschaft Gösgen 1458», in JbSolG 31, 1958, 5-20
– U. Wiesli, Geographie des Kt. Solothurn, 1969

Autorin/Autor: Hans Brunner