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Starrkirch-Wil

Polit. Gem. SO, Bez. Olten, zwischen der Aare und dem Nordabhang der Engelbergkette gelegen, bestehend aus den zwei Haufendörfern Starrkirch und Wil, dem Aussenhof Wartburg und der Burgstelle Neu-Wartburg, meist Säli-Schlössli genannt. 1036 Starchenchilcha, 1288 Wile. 1739 98 Einw.; 1804 206; 1850 361; 1900 572; 1950 875; 2000 1'253. Funde aus dem Magdalénien im Mühleloch, jungsteinzeitl. Refugium im Mühletäli. Das Stift Beromünster war Eigentümer der Kirche St. Peter und Paul in Starrkirch, bevor der Kirchensatz 1498 an das Stift Schönenwerd kam. Ein Chorherr war Leutpriester von S. und dem zur Pfarrei gehörenden Dulliken, mit dem S. auch ein Zwölfergericht bildete. Als Teil der Vogtei Gösgen kam S. 1458 an Solothurn, 1623 wurde es dem Schultheissenamt Olten zugeteilt. Die Kapelle St. Anna bei den Wartburghöfen lässt sich bis ins 17. Jh. zurückverfolgen. 1679 schenkte Chorherr Jakob Gugger 2'000 Gulden für den Bau eines Pfarrhauses und setzte fest, dass der jeweilige Pfarrer in S. Wohnsitz nehmen musste. 1871 weigerte sich der Pfarrer Paulin Gschwind, das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes zu verlesen, woraufhin er exkommuniziert wurde und am 22.11.1874 die Gründung der christkath. Kirchgemeinde Starrkirch-Dulliken erfolgte. S. wurde so zu einem wichtigen Ort des Kulturkampfs. 1874 entstand die röm.-kath. Genossenschaft Dulliken-Starrkirch, 1897 wurde auf Befehl der Regierung die röm.-kath. Kirchgemeinde Dulliken-Starrkirch gegründet. Die Reformierten bilden mit Dulliken einen Pfarrkreis der Kirchgem. Olten. 1807 gab es in S. eine Ziegelei, 1837 wurden zehn Weber und sechs Strumpfweber gezählt, die für die Strumpffabrikanten in Olten arbeiteten. Die Hanglage erlaubt keine Ansiedlung von Industrie, dafür entwickelte sich v.a. Wil zum Villenvorort von Olten. 2005 stellte der Dienstleistungssektor 88% der Arbeitsplätze.


Literatur
– A. Kocher, «Der Buchsgau», in JbSolG 39, 1966
S., 2007

Autorin/Autor: Hans Brunner